Dass bei einer Autoimmunerkrankung Haarausfall beobachtbar ist, kommt leider nicht selten vor. Die Ursache liegt im körpereigenen Immunsystem, das jegliches Gewebe und die verschiedensten Organe angreifen kann, darunter auch die Haare.

Tritt bei einer Autoimmunerkrankung der Verlust von Haaren auf, spricht man von einer Alopecia areata, auch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Diese Erkrankung kann sich jedoch auch mit anderen Formen von Haarausfall äußern. In diesem Beitrag erklären wir Dir die möglichen Ursachen und liefern dazu Lösungsansätze!

Definition von Autoimmunerkrankungen

Bei dieser Krankheit wird durch das körpereigene Immunsystem verursacht. Die Abwehrkräfte richten sich gegen den eigenen Körper. Abhängig von der Art der Erkrankung können verschiedene Gewebe und Organe angegriffen werden. So kann eine Autoimmunerkrankung Haarausfall verursachen.

Die Symptome können hierbei unterschiedlich sein. Zumeist lässt sich diese Erkrankung nicht ursächlich behandeln. Wer unter einer dieser Krankheit leidet, ist zumeist das gesamte Leben lang davon betroffen. Die Beschwerden können jedoch mit Medikamenten gelindert werden. Autoimmunerkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen.

Das Immunsystem eines gesunden Menschen richtet sich gegen körperfremdes Material, zu dem Viren, Pilze und Bakterien gehören. Das körpereigene Material wird vom gesunden Immunsystem toleriert. Bei einer Autoimmunerkrankung kann das Immunsystem nicht mehr zwischen körpereigenem und körperfremdem Material unterscheiden. Auch ein Haarausfall kann dadurch verursacht werden.

Arten von Autoimmunerkrankungen, die Haarausfall auslösen können

Es gibt zahlreiche Arten dieser Krankheit. Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen gehören:

  • Multiple Sklerose – chronisch entzündliche Erkrankung des Nervensystems
  • Morbus Crohn – chronische Entzündung aller Schichten der Darmwand
  • Colitis ulcerosa – chronische Darmentzündung
  • Diabetes Typ 1 – der Körper kann nicht genügend Insulin herstellen
  • Hashimoto-Thyreoiditis – die Schilddrüse wird zerstört
  • Morbus Bechterew – entzündliches Rheuma, das vorrangig die Lendenwirbelsäule betrifft
  • Rheumatoide Arthritis – entzündliche Gelenkerkrankung
  • Schuppenflechte (Psoriasis) – Entzündung der Haut
  • Zöliakie – entzündliche Darmerkrankung als fehlgeleitete Immunreaktion auf das Klebereiweiß Gluten
  • Lichen sclerosus – entzündliche Bindegewebserkrankung
  • Lupus erythematodes – Schmetterlingsflechte mit entzündlichen Veränderungen der Haut
  • kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) – Haare fallen an scharf begrenzten Stellen aus.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Immunsystemerkrankungen. Nicht nur der kreisrunde Haarausfall, sondern auch einige andere Autoimmunerkrankungen wie das Hashimoto-Syndrom können zu Haarverlust führen.

Kreisrunder Haarausfall als Folge der Erkrankung

Autoimmunerkrankung Haarausfall - Kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, die Männer, Frauen und Kinder gleichermaßen treffen kann. Die Alopecia areata macht sich mit runden, etwa münzgroßen kahlen Stellen auf dem Kopf bemerkbar. Auch Augenbrauen, Barthaare und die Körperbehaarung können betroffen sein.

Die kahlen Stellen können sich über den Kopf ausdehnen, sodass die kahlen Stellen miteinander verschmelzen und große Areale kahl sind. Bei dieser Erkrankung ist die Haut an den kahlen Stellen nicht entzündet. An den Rändern der betroffenen Bereiche sind oft kurze, abgebrochene Haare zu sehen. Nicht immer ist die Alopecia areata ein Dauerzustand. Die kahlen Stellen können sich spontan wieder zurückbilden, sodass die Haare wieder nachwachsen.

Typisch für die nachwachsenden Haare sind die fehlenden Pigmente, das heißt, dass die nachwachsenden Haare weiß sind. Das Krankheitsbild kann sich auch verschlechtern, sodass immer mehr kahle Stellen auftreten. Schlimmstenfalls kann es zum kompletten Haarverlust am gesamten Kopf und Körper kommen.

Ursachen der Alopecia areata

Die Ursachen der Alopecia areata sind nicht vollständig geklärt. Die Autoimmunerkrankung der Haare ist entzündlich und gewebespezifisch. Im Bereich der Haarzellen befinden sich Immunzellen wie T-Lymphozyten. Die Erkrankung ist gutartig. Sie stellt für die Betroffenen in erster Linie ein kosmetisches Problem dar.

Der Verlauf der Erkrankung ist nicht vorhersehbar. Schlimmstenfalls können auch die Nägel von der Erkrankung betroffen sein. An den Nägeln äußert sich die Krankheit mit Rillen, Grübchen und Aufrauungen. In seltenen Fällen kann es auch zum Verlust der Nägel kommen. Die Erkrankung kann in Schüben auftreten. Bei einem Krankheitsschub können die Lymphknoten hinter den Ohren geschwollen sein.

Die Alopecia areata kann nicht nur durch eine Immunsystemerkrankung ausgelöst werden. Oft verursacht eine plötzliche psychische Belastung den Haarverlust. Auch Vergiftungen durch Quecksilber oder Amalgam können zum Ausfall der Haare führen. Eine Ursache kann auch eine ungesunde Ernährung sein, die zu einer Übersäuerung des Körpers führt.

Das Risiko, an kreisrundem Haarausfall zu erkranken, kann genetisch bedingt sein. Tritt der Haarverlust familiär gehäuft auf, besteht ein erhöhtes Risiko, dass auch du daran erkrankst. Eine Ursache kann auch eine andere Autoimmunerkrankung sein, beispielsweise das Hashimoto-Syndrom. Je jünger der Patient ist, wenn die Erkrankung zum ersten Mal auftritt, desto ungünstiger ist die Prognose.

Behandlung von Haarverlust durch eine Autoimmunerkrankung

Wenn du Symptome einer Alopecia areata bemerkst, solltest du frühzeitig einen Hautarzt konsultieren. Er untersucht die Kopfhaut und die Haare. Mit einer Blutuntersuchung kann er die Ursache feststellen.

Die medikamentöse Behandlung einer Alopecia areata erfolgt mit Glucocorticoiden. Die Behandlung mit Minoxidil ist umstritten, denn dieses Medikament hat Nebenwirkungen. Es kann zu trockener und geröteter Kopfhaut, Schuppenbildung und Juckreiz führen. Wird Minoxidil abgesetzt, können die Haare wieder ausfallen.

Autoimmunerkrankung Haarausfall

Haartransplantation bei einer Autoimmunerkrankung mit Haarausfall

Ist die Autoimmunerkrankung erfolgreich behandelt worden oder hat der Haarausfall aufgehört, kann der Hautarzt klären, ob eine Haartransplantation eine mögliche Lösung für den Haarausfall ist. Greift das Immunsystem deine Haare nicht mehr an, kannst du durch eine Haartransplantation wieder zu mehr Lebensqualität gelangen.

Die Haare werden dort entnommen, wo sie noch am stärksten vorhanden sind. Häufig erfolgt die Entnahme der Haare vom Hinterkopf oder über den Ohren. In die kahlen, kreisförmigen Stellen werden kleine Kanäle gestochen. Die Haare werden in diese Kanäle eingepflanzt. Nach einem Jahr kannst du das endgültige Ergebnis der Haarverpflanzung sehen.

Es gibt verschiedene moderne Methoden der Haarverpflanzung, die für den Patienten schonend ablaufen und zu einem natürlichen Ergebnis führen. Die Saphir-Methode ist eine Weiterentwicklung der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction). Die Kanäle werden bei dieser Methode mit Saphirklingen gestochen, was eine sehr hohe Präzision erlaubt. Auch die DHI-Methode ist schonend.

Haartransplantation – besser als Haarwuchsmittel?

Eines der wenigen Haarwuchsmittel, um bei einer Autoimmunerkrankung Haarausfall zu behandeln, ist Minoxidil. Etwaige Mittel wie Finasterid, auch als Propecia bekannt, können nur bei erblich bedingtem Haarausfall angewendet werden und bringen häufig Nebenwirkungen mit sich. Ein Haarwuchsmittel ist keine dauerhafte Lösung., da diese konstant angewendet werden müssen. Mit einer Haartransplantation kannst du jedoch dauerhaft zu schönem und vollem Haar gelangen.

Die Eigenhaarbehandlung stellt eine Option dar, die langfristig betrachtet positive Ergebnisse liefert und dabei Kopfhaut und Portemonnaie schont. Wurde die Ursache des kreisrunden Haarausfalls behandelt, fallen die transplantierten Haare nicht mehr aus.

Die Haare sind, wenn sie vom Hinterkopf entnommen werden, besonders robust. Sie sind auch resistent gegen Dihydrotestosteron, einem Abbauprodukt, das bei genetisch bedingtem Haarausfall durch Abbau von Testosteron entsteht und die Haarwurzel angreift.

Fazit – darum kann eine Autoimmunerkrankung Haarausfall verursachen

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, bei denen das Immunsystem das körpereigene Material als körperfremd ansieht und angreift. So kann eine Autoimmunerkrankung auch Haarausfall verursachen. Der kreisrunde Haarausfall macht sich mit kreisförmigen kahlen Stellen auf dem Kopf bemerkbar. Auch die Körperbehaarung kann davon betroffen sein. Schlimmstenfalls können die gesamten Kopf- und Körperhaare ausfallen.

In einigen Fällen ist eine spontane Heilung möglich. Die Haare können dann wieder nachwachsen. Die Krankheit ist jedoch unberechenbar. Sie kann immer wieder auftreten und kann sich auch verschlimmern. Eine medikamentöse Behandlung kann mit Glucocorticoiden erfolgen. Minoxidil ist umstritten. Wird das Haarwuchsmittel abgesetzt, kann der Haarausfall erneut einsetzen.

Stellst du bei dir Anzeichen einer Alopecia areata fest, solltest du einen Hautarzt konsultieren. Wurde die Ursache festgestellt und behandelt, kann eine Haartransplantation eine dauerhafte Lösung sein, um die kahlen Stellen aufzufüllen.