Mechanischer Haarausfall (Alopecia mechanis)

Geschrieben von | 1. März 2020 | | 0

Mechanischer Haarausfall

Du bist gesund, leidest nicht unter Mangelerscheinungen und fühlst Dich nicht gestresst. Dennoch fällt Dein Haar in letzter Zeit vermehrt aus und lässt bereits erste Hautstellen am Scheitel, an den Schläfen oder am stirnseitigen Ansatz durch den immer dünner werdenden Haarwuchs schimmern. Im Allgemeinen fällt Dir auf, dass Dein Haar auf den betroffenen Arealen viel kürzer als früher wächst und obendrein stumpf ist.

In diesem Fall und unter Ausschluss gesundheitlicher Ursachen kann mechanischer Haarausfall der Grund für Dein Problem sein. Es gibt eine enorme Bandbreite an externen und seelischen Einflüssen, die den Haarwuchs schädigen und zu einer zu starken Strapazierung der Haarwurzeln führen. Alopecia mechanis – mechanischer Haarverlust entsteht durch äußere Faktoren und zeigt sich vor allem in den Bereichen, in denen Du die Follikel zu stark beanspruchst.


Inhaltsverzeichnis

» Mechanischer Haarausfall – Ursachen erkennen und abstellen
» Äußere Einflüsse
» Psychische Gründe – mechanischer Haarverlust durch Trichotillomanie
» Symptome für mechanischen Haarschwund
» Diagnose von Alopecia mechanis
» Behandlungsmöglichkeiten und wirkungsvolle Therapieansätze
» PRP Therapie zur Anregung des Haarwuchses
» Haartransplantation, eine Lösung bei mechanisch erzeugtem Haarschwund?
» Fazit


Mechanischer Haarausfall – Ursachen erkennen und abstellen

Wie bei jedem Haarschwund solltest Du mit der Ursachenforschung nicht lange warten. Enge Kopfbedeckungen und Basecaps, ein straffer Zopf oder ein Dutt und Extensions können die empfindlichen Haarwurzeln überanstrengen und auf lange Sicht zu Haarausfall führen. Auch Sturzhelme und Schutzhelme, chemische Haarbehandlungen sowie Haarglättungen mit Hitze sind oftmals für auf den ersten Blick unerklärlichen Haarschwund verantwortlich.

Wie sich bereits aus der Begrifflichkeit ergibt, wird mechanischer Haarverlust durch eine äußere Einwirkung auf Dein Haar und dessen Verankerung, die Haarwurzel erzeugt. Viele Ursachen erschließen sich offensichtlich, wenn Du Deine Frisur und die Styling-Gewohnheiten, Deine berufliche Tätigkeit oder Deinen Look (Mützen. Hüte) in Augenschein nimmst. Hier kannst Du die Abstellung selbst herbeiführen, in dem Du die Ursachen abstellst und Deine Haarwurzeln nicht länger zu stark strapazierst.


Äußere Einflüsse

Am häufigsten steht mechanischer Haarausfall mit externen Einflüssen im Zusammenhang. Strenge Frisuren, auch wenn Du Dein Haar täglich entgegen seiner Wuchsrichtung gelst, wirken sich im Schläfen- und Stirnbereich auf die Haargesundheit aus. Bürstest Du Dein Haar zu stark und zu häufig, ist Haarverlust ebenfalls vorprogrammiert und tritt als direkte Folge der zu gut gemeinten Haarpflege auf.

Die aus Omas Zeiten empfohlenen 100 Bürstenstriche für satten Haarglanz sind kontraproduktiv und führen eher dazu, dass Dein Haar immer dünner wird und ausfällt. Nach einer Haarwäsche solltest Du das Haar weder kämmen noch bürsten, da es dabei zu starken Reißbewegungen und einer Schädigung der Haarstruktur kommt. Lockenwickler, Lockenstäbe und Glätteisen wirken gegen die natürliche Struktur Deiner Haare und stellen eine hohe Belastung dar.

Tritt mechanischer Haarverlust auf, sind Colorationen und Dauerwellen oftmals Schuld am Schwinden der Haardichte und dem möglichen büschelweisen Verlust der Haare. Welche Ursache bei Dir zugrunde liegt, kannst Du in vielen Fällen bereits durch eine selbstkritische Betrachtung der Haarpflege und der Frisiergewohnheiten erschließen. Im Zusammenhang mit den Regionen, in denen sich Alopecia mechanis zeigt, kommst Du ohne eine medizinische Diagnostik zum Ergebnis und kannst die Ursachen abstellen.


Psychische Gründe – mechanischer Haarverlust durch Trichotillomanie

Bei der Trichotillomanie handelt es sich um eine Zwangsstörung, bei der Betroffene die Impulskontrolle verlieren und ihr Haar mit den Fingern ausreißen. Im Anfangsstadium bleibt die Trichotillomanie oft unerkannt, da sie ganz langsam mit dem Zupfen einzelner Kopfhaare, Augenbrauen oder Barthaare beginnt und fernab der Blicke anderer Menschen zum Tragen kommt.

Schreitet die Zwangsstörung voran, kann das büschelweise Ausreißen der Haare zur Folge werden. Auch wenn Du weißt, dass Du Dein Haar und Deine Kopfhaut schädigst, kannst Du Dich gegen den Zwang nicht wehren und ritualisierst ihn. Hier kann nur ein Psychologe helfen, da die Behandlung der Zwangsstörung die Grundlage für eine Beendigung der mechanischen Handlungen an Deinen Haaren ist. Wenn mechanischer Haarausfall als Folge einer psychischen Erkrankung wie der Trichotillomanie auftritt, ist eine Psychotherapie von essentieller Bedeutung.


Symptome für mechanischen Haarschwund 

Mechanischer Haarausfall wird oftmals erst erkannt, wenn sich bereits sichtbare kahle oder spärlich behaarte Stellen auf dem Kopf zeigen. Doch dann ist Alopecia mechanis bereits weit fortgeschritten und Du hast einige sichere Symptome für die Überbelastung der Haarwurzeln übersehen. Ehe das Haar ausfällt, bricht es an der geschädigten oder stark beanspruchten Stelle ab. Trägst Du beispielsweise täglich einen strengen Zopf, bricht das Haar an den Schläfen und am Stirnhaaransatz ab.

Du siehst, wie sich immer mehr kleine, sehr kurze und oftmals auch farblich von Deiner Haarfarbe abweichende Haare bilden. Diese Haare erreichen Deine natürliche Haarlänge nicht mehr und stehen meist vom Kopf ab. Erkennst Du dieses Problem, lässt sich mechanischer Haarverlust allein durch die Abstellung der Ursachen ohne medizinische Hilfe aufhalten. Eine Ausnahme ist hier Trichotillomanie, da die Zwangsstörung unbedingt psychotherapeutisch behandelt werden muss.


Diagnose von Alopecia mechanis

Findest Du selbst keine Ursache, kann der Besuch bei einem Dermatologen hilfreich sein. Er untersucht Deine Kopfhaut und nimmt eine Haaranalyse, gegebenenfalls auch eine Blutuntersuchung vor. Wenn sich in Deinem Blut kein Grund für das Haarproblem findet, hast Du die Gewissheit, dass es in Deinem Fall mechanischer Haarausfall ist.

Im Gespräch mit dem Arzt ist es wichtig, dass Du ehrlich bist und Fragen zu Deiner Frisur und den Haarpflegegewohnheiten offen beantwortest. Meist kann Dir der Arzt nach dem Gespräch bereits hilfreiche Tipps geben und eine Behandlung vorschlagen und Dich über die Bedeutung der Ursachenabstellung aufklären.

Mechanischer Haarausfall lässt sich durch einen Dermatologen im Regelfall sehr einfach erkennen. Für die Diagnostik ist wichtig, dass Du auf alle Fragen ehrlich antwortest und zum Beispiel von Deinen Frisurengewohnheiten, oder auch vom Sicherheitshelm im Beruf erzählst.

Diese Form des Haarschwundes basiert nicht auf einer Erkrankung, sondern ist “hausgemacht” und entsteht durch die Überbeanspruchung der Haarwurzeln. Bestimmte Frisuren, beispielsweise straffe Zöpfe oder ein Dutt, aber auch Helme, Basecaps und Hitzestylings strapazieren die Haare und führen nicht selten zu vermehrtem Haarschwund.

Um eine Erkrankung auszuschließen, wird der Dermatologe Dein Blut untersuchen und die Beschaffenheit Deiner Kopfhaut, sowie der Haarwurzeln in einer mikroskopischen Untersuchung prüfen. Die Überbelastung Deiner Haare spürst Du lange, bevor mechanischer Haarausfall auftritt. Sie äußert sich zum Beispiel in Kopfhautschmerzen, die beim Tragen und nach dem Öffnen eines Zopfes auftreten.


Behandlungsmöglichkeiten und wirkungsvolle Therapieansätze

Die Behandlung richtet sich nach den Gründen für Alopecia mechanis. Unterstützend kannst Du zu Nahrungsergänzung und Haarpflegeprodukten mit Biotin und Folsäure greifen. Beide Wirkstoffe sind rein natürlich und fördern den gesunden Haarwuchs, da sie die Zellentwicklung anregen und das Haar bereits in der Wurzel kräftigen.

Die Grundlage jeder Traktionsalopezie Behandlung beruht auf der Abstellung der Ursachen. Wichtig ist also, dass Du für Dich herausfindest, woher mechanischer Haarausfall in Deinem Fall rührt. Neben den hausgemachten Gründen und äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel langer starker Sonneneinstrahlung, kann das Haar auch durch eine Zwangsstörung mechanisch beansprucht werden. In diesem Fall, wie auch bei anderen Erkrankungen als Ursache, steht die Ursachenbehandlung im Vordergrund.

Je früher Du gegen die Gewohnheiten und Zwänge vorgehst und den Grund für das schütter werdende oder arealweise ausfallende Haar bekämpfst, umso größer sind die Chancen, dass die Haarwurzeln wieder gestärkt und zum Wachstum angeregt werden. Mit einer milden Kopfhautpflege und haarwuchsfördernden Vitalstoffen kannst Du das Haar unterstützen. Ob eine therapeutische oder medikamentöse Behandlung nötig und ratsam ist, entscheidet sich im Einzelfall. Fakt ist, dass der wirkungsvollste Therapieansatz bei der Ursache beginnt und sich nicht auf die Symptomatik bezieht.

Ohne eine Ursachenbehandlung lässt sich mechanischer Haarausfall nicht dauerhaft eindämmen, da der Grund für das Symptom nach wie vor in Dir ist. Vor allem bei psychischen Ursachen solltest Du nicht nur zugunsten Deiner Haare, sondern mit Blick auf Deine Allgemeingesundheit schnell und besonnen handeln.

Ein Arzt wird Dir eine wirkungsvolle Therapie empfehlen und Dir Tipps geben, wie Du dem haarausfallfördernden Drang widerstehst. Keine Behandlung, sondern nur eine Umstellung Deiner Gewohnheiten ist nötig, wenn das Haar aufgrund des Stylings, der Frisur oder vermeidbarer äußerer Einflüsse ausfällt. Zur Wuchsunterstützung empfiehlt sich die Behandlung mit plättchenreichem Plasma aus Deinem Eigenblut.


PRP Therapie zur Anregung des Haarwuchses

Eine wirkungsvolle Therapie bei Alopecia mechanis ist die Eigenblutbehandlung. Dir wird eine geringe Menge Blut entnommen, das zentrifugiert und gegebenenfalls mit Vitalstoffen angereichert wird. Die Injektion in Deine Kopfhaut fördert die Regeneration geschädigter Haarfollikel und beschleunigt den Haarwuchs. Mechanischer Haarausfall ist reversibel, so dass eine PRP Therapie durchaus zum gewünschten Ergebnis führen kann.

Die PRP Therapie hat sich bei mechanischem Haarschwund als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Dazu wird Dir eine kleine Menge Eigenblut entnommen und in einer Zentrifuge vom plättchenreichen Plasma getrennt. Angereichert mit Vitalstoffen, wird das Plasma in Deine Kopfhaut injiziert und kann seine Wirkung entfalten. Diese Behandlung ist erfolgreich, wenn Deine Haarfollikel noch lebendig und in der Kopfhaut vorhanden sind.

Ob das der Fall ist, kann ein erfahrener Dermatologe oder ein Spezialist in einer Haarklinik ganz einfach diagnostizieren. Durch die PRP Therapie gelangt sauerstoff- und nährstoffreiches Blut unter Deine Kopfhaut und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Deine Haarwurzeln erholen sich und werden zu neuem Wachstum angeregt. Wichtig ist natürlich, dass Du die Auslöser des Haarausfalls aus Deinem Alltag streichst.


Haartransplantation, eine Lösung bei mechanisch erzeugtem Haarschwund?

Wenn mechanischer Haarverlust weit fortgeschritten ist und zur irreversiblen Schädigung der Haarwurzeln geführt hat, kann eine Haarverpflanzung helfen. Du gewinnst durch die Implantation von Eigenhaar neues Selbstbewusstsein und hast die Garantie, dass Dein Haar nach der Heilungsphase wieder wächst. Vor der Behandlung in einer renommierten Haarklinik ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden und effektiv dagegen vorzugehen.

Denn nach dem minimalinvasiven Eingriff brauchen die frisch verpflanzten Follikel Ruhe und dürfen keinesfalls strapaziert werden. Ist mechanischer Haarausfall bei Dir in Folge einer Zwangsneurose aufgetreten, sollte die psychologische Therapie im Vordergrund stehen und vor der Eigenhaarimplantation vollständig abgeschlossen werden.


Fazit | Mechanischer Haarverlust ist in der Ursache und den Symptomen behandelbar

Externe und psychische Einflüsse kommen als Gründe für Alopecia mechanis in Frage. Mechanischer Haarverlust tritt immer dann auf, wenn Du die Haarwurzeln einer erhöhten Belastung aussetzt und starken Druck, enormen Zug oder Reibung erzeugst. Sowohl die Ursachen, wie auch die Symptome lassen sich in den meisten Fällen klar zuordnen.

Denn bei mechanisch erzeugtem Haarschwund bilden sich die kahlen Stellen dort, wo die Überbeanspruchung stattfindet. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich mechanischer Haarverlust in diffuser oder kreisrunder Ausprägung zeigt. Je früher Du die Ursache abstellst und den Haarwuchs durch Nahrungsergänzung unterstützt, umso besser ist mechanischer Haarausfall behandelbar.

In wenigen Fällen können die Follikel unwiderruflich geschädigt sein. Ist das der Fall, wird das Haar auf diesen Arealen nicht nachwachsen und eine Haartransplantation kann sich als sinnvolle Lösung erweisen. Bedenke, dass eine reine Symptombehandlung keinen Erfolg bringt und perspektivisch keine Maßnahme ist. Finde die Ursachen, stelle sie ab und verschaffe Dir durch eine Haaranalyse Sicherheit zu den Ursachen.

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ÜBER DEN AUTOR

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Haarausfallen

Warum führe ich diesen Haarausfall-Blog? Weil ich schon mit 19 unter Haarausfall gelitten und ihn nun endlich in den Griff bekommen habe. Ich möchte alle Erfahrungen der Menschen zum Thema Haarausfall verbinden, eine Plattform zur anonymen Diskussion über das sensible Thema Haarausfall bieten und gemeinsam Lösungen finden.