Wenn es um die Behandlung von Haarausfall geht, greifen alle Betroffene nach jedem sprichwörtlichen Strohhalm. Doch bei Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarausfall ist Vorsicht geboten. Sicherlich hilft die vorübergehende Zufuhr wichtiger Spurenelemente und Mineralstoffe gegen dünner werdendes Haar und Glatzenbildung.

Doch ohne die Kenntnis zur Ursache kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gegenteilig wirken oder völlig wirkungsfrei bleiben. Ehe Du zu chemischen Substanzen greifst, solltest Du den Grund des Haarverlusts diagnostizieren lassen. Bei genetischer Veranlagung zu Haarausfall helfen Nahrungsergänzungsprodukte nicht.

Wann Du zu Nahrungsergänzungsmitteln bei Haarausfall greifen kannst

Dein Alltag ist hektisch und Du kommst nicht täglich dazu, Dich von frischen und gesunden Lebensmitteln zu ernähren. Dein Haar wird dünner und Du möchtest dagegen vorgehen, ehe sich erste kahle Stellen bilden und unweigerlich zur Glatze führen. Für einen kurzen Zeitraum kannst Du die Mangelerscheinungen mit Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarverlust ausgleichen.

In langfristiger Betrachtung ist es keine Lösung, sodass Du eine Umstellung der Ernährung anstreben solltest. Damit Du die Zusatzvitamine und Spurenelemente nicht umsonst einnimmst, solltest Du eine konkrete Diagnostik der Haarausfallursache vornehmen lassen. Ergibt sich in einem Bluttest ein Zink- oder Eisenmangel, kann die ergänzende Einnahme dieser Nährstoffe Wirkung zeigen. Auch bei Biotin- und Kupfermangel kannst Du vorübergehend zur Nahrungsergänzung greifen. Bei Vitamin A Mangel solltest Du lieber direkt auf Deine Ernährung blicken, da eine Überdosierung des Vitamins zur Verstärkung des Haarverlusts führt.

Viele Männer erhalten beim Blick auf ihren Vater oder Großvater ein Gefühl dafür, worauf der Haarverlust beruht. Wenn die frühzeitige Glatze ein “familiäres Problem” ist, kannst Du von einer genetischen Veranlagung ausgehen. In diesem Fall bleibt die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarverlust aus.

Ebenso verhält es sich bei Haarausfall, der als Begleiterscheinung einer Erkrankung wie Diabetes mellitus oder auf Basis einer Medikamenteneinnahme beruht. Bei Mangelerscheinungen als Ursache ausfallender Haare kannst Du für ein bis zwei Monate spezielle Präparate einnehmen und Dich langsam auf die Umstellung der Ernährung vorbereiten.

Nahrungsergänzungsmittel bei Haarausfall - Medikamente

Ausgewogene Ernährung vs. Nahrungsergänzung 

Ein gesunder Lebensstil ist das beste Fundament für gesunde Haare. Nahrungsergänzungsmittel sollten keinesfalls als Ersatz einer ausgewogenen Ernährung dienen, auch wenn das Konzept gut klingt und als wirkungsvoll angepriesen wird. Mediziner und Spezialisten aus Haarkliniken sind sich einig: Auch wenn die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarausfall hilft, sollten Betroffene nicht langfristig zur “Pille” greifen.

Empfohlen wird Dir die kurzfristige Einnahme, in der Du den Haarverlust stoppst und einen Zeitraum gewinnst, in dem Du Deine Essgewohnheiten und Deinen Lebensstil prüfst. Langfristig sollte die spurenelement- und vitaminreiche Ernährung als Ziel im Raum stehen. Deine Haarfollikel benötigen Biotin, Eisen, Zink und Kupfer. Auch Vitamin B6, Kalzium und Magnesium begünstigen die Haarstruktur und Festigkeit der Follikel in der Kopfhaut. Nahrungsergänzung kann Dir als Überbrückung helfen.

Da eine Überdosierung oftmals ins Gegenteil umschlägt und den Haarausfall sogar verstärken kann, ist Dein Fokus auf diese Art von Produkten allerdings nicht frei von Risiken. Rindfleisch, Spinat und Rosenkohl oder Vollkornbrot enthalten alle wichtigen Nährstoffe für dichtes und gesundes Haar. Auch Eigelb und Käse sowie Zitrusfrüchte wirken sich positiv auf Deinen Haarwuchs aus. Wenn Du obendrein gerne Fisch isst und die wertvollen Omega-3 Säuren zu Dir nimmst, kannst Du auf Nahrungsergänzung vollständig verzichten und Dir sicher sein, dass Du alle wichtigen Nährstoffe ganz natürlich zu Dir nimmst.

Mögliche Neben- und Wechselwirkungen

Medikamente sind in der Hand

Du entscheidest Dich für eine Regulierung Deines Nährstoff- und Mineralstoffhaushalts durch Nahrungsergänzungsmittel. Auf der Verpackung und im Internet liest Du, dass die von Dir gekauften Spurenelemente und Mineralstoffe für einen gesunden und dichten Haarwuchs sorgen. Nicht erwähnt ist, dass eine Überdosierung zu Haarausfall führt und Dein Problem verstärken kann.

Gerade bei Vitamin A, ein wichtiger Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarverlust ist, besteht ein hohes Risiko der Glatzenbildung durch eine zu hohe Dosis. Dein Haar benötigt viel Zink, doch auch hier ist eine Überdosierung kontraproduktiv. Mehr als 50g Zink täglich sorgen für einen Kupfermangel und begünstigen den Haarverlust auf Basis der Wechselwirkung.

Grundsätzlich musst Du abwägen, wie hoch die Chance einer positiven Wirkung in Gegenüberstellung zum Risiko der Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen ist. Beruht Dein dünner werdendes Haar auf äußeren Einflüssen, ist es genetisch verankert oder krankheitsbedingt, werden Nahrungsergänzungsmittel keine Abhilfe schaffen.

Du weißt vorab, dass die gewünschte Wirkung nicht eintritt, was nicht automatisch für unerwünschte Begleiterscheinungen gilt. Solltest Du nach vier Wochen Einnahme keine Verbesserung Deines Haarwuchses feststellen oder sogar eine Verstärkung des Haarausfalls bemerken, brich die Behandlung ab und widme Deine ganze Aufmerksamkeit der wahren Ursache für das schütter werdende Haar.

Fazit: Risiken und Vorteile von Nahrungsergänzungsmitteln bei Haarverlust abwägen

Nahrungsergänzungsmitteln bei Haarverlust - Medikamente

Wo eine Wirkung besteht, musst Du auch von einer Nebenwirkung ausgehen. Natürlich sind Vitamine und Mineralstoffe gesund. Doch eine Überversorgung ist nicht ratsam, da der Körper die Unmengen an Zink oder Eisen und Vitamin A nicht abbauen kann. Neben dem Risiko einer Umkehrwirkung, also der Verstärkung des Haarausfalls besteht die Gefahr, dass sich vom Körper nicht benötigte Substanzen in den Organen ablagern und Deine Gesundheit beeinträchtigen. Am besten lässt Du die Ursache des Haarverlusts diagnostisch ermitteln.

Handelt es sich um eine Mangelerscheinung, kannst Du mit Nahrungsergänzungsmitteln gegen Haarausfall vorgehen. Ist Dein Haarverlust erblich bedingt, wird Dir auf Dauer nur eine Haartransplantation helfen. In Kombination mit einer Umstellung Deiner Ernährung sorgst Du für die wichtigen Voraussetzungen, die Dein Eigenhaarimplantat zum Wachsen benötigt.

Experten aus Haarkliniken und in der Dermatologie raten grundsätzlich von der unbedarften Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ab. Nur wenn ein Mangel besteht, kann die vorübergehende Kompensierung mit einer Nahrungsergänzung helfen. Anderenfalls gehst Du das Risiko ein, dass sich der Haarausfall verstärkt und die Nahrungsergänzung zur Glatzenbildung beiträgt.