Vernarbender Haarausfall

Geschrieben von | 2. März 2020 | | 0

Vernarbender Haarausfall

Vernarbender Haarausfall tritt bei Männern, Frauen und Kindern unterschiedlicher Altersgruppen gleichermaßen auf. Verschiedene Ursachen können zum irreversiblen Haarschwund mit sichtbarer Narbenbildung auf der Kopfhaut führen und das perspektivische Risiko einer Glatze begünstigen. Lässt sich die vernarbende Alopezie behandeln?

Wächst das Haar wieder nach und kannst Du das Voranschreiten der Kahlköpfigkeit aufhalten? Wenn Dein Haar in größerer Menge ausfällt und Verhärtungen oder entzündliche Veränderungen auf der Kopfhaut hinterlässt, kann es sich um vernarbenden Haarschwund handeln. Es gibt unterschiedliche Formen, verschiedene Verläufe und eine große Vielfalt an Gründen.

Wenn Du Haarverlust mit Narbenbildung vermutest und erste Anzeichen auf Deiner Kopfhaut entdeckst, solltest Du mit der Diagnostik nicht lange warten. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du diese Sonderform des Haarausfalls erkennst und wie Du im Falle dieser Vermutung reagieren solltest.

Vernarbender Haarausfall – die Ursachen

Bei Verletzungen und Verbrennungen oder einer Hautschädigung durch Säure treten Vernarbungen in Folge auf. Narben auf der Kopfhaut führen dazu, dass auf diesem Areal kein Haar mehr wächst und das Narbengewebe kahl bleibt. Doch die Bandbreite der Ursachen ist weitreichender.

Hauterkrankungen, Pilzinfektionen und chronische Krankheiten in einzelnen Organen oder im ganzen Körper ziehen eine Vernarbung auf der Hautoberfläche nach sich. So kann vernarbender Haarverlustauf im Körper wuchernde Tumore, auf die Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes oder auf die Hautkrankheit zirkumskripte Sklerodermie hinweisen. Besonders häufig tritt vernarbender Haarverlust im Zusammenhang – als Begleiterscheinung von Schuppenflechten oder viralen Infektionen auf der Kopfhaut auf.

Auch Bakterien, die in kleinste Kopfhautwunden eindringen und das Gewebe von innen heraus zerstören können Haarschwund mit sichtbarer Narbenbildung nach sich ziehen. Ein hohes Risiko besteht bei Pilzinfektionen, die sich auf Deinem ganzen Kopf flächendeckend ausbreiten und zur vollständigen Glatzenbildung mit Narbengewebe führen können. Eine umfassende Diagnostik ist wichtig, da die Gründe für Haarschwund mit Vernarbungen in den meisten Fällen ernster Natur sind.

Viele von Haarschwund Betroffene leiden unter einer meist chronisch verlaufenden Haarbalgentzündung, die medizinisch Folliculitis decalvans heißt. Die Symptomatik selbst lässt keinen Rückschluss auf die Ursache zu, da sie gerade im Anfangsstadium typisch verläuft und die im nächsten Absatz erläuterten Begleiterscheinungen mit sich bringt.

Welche Symptome weisen auf den besonderen Haarschwund hin?

Die Symptomatik hängt zum großen Teil mit der Ursache zusammen. Doch unabhängig davon gibt es typische Anzeichen, an denen Du eine vernarbende Alopezie erkennen kannst. Endemisch ist der langsame, beinahe schleichende Verlauf mit asymmetrischer Tendenz. Im Gegensatz zu kreisrunden oder diffusen Haarverlusten äußert sich vernarbender Haarausfall durch erst kleinere, dann größere kahle Stellen mit augenscheinlich unwillkürlicher Verteilung auf Deinem gesamten Kopf.

In vielen Fällen geht vernarbender Haarverlust mit starkem Juckreiz und sichtbaren Rötungen oder Schuppenbildung auf der Kopfhaut einher. Brennt, spannt oder schmerzt Deine Kopfhaut aus unerklärlichen Gründen, kann das bereits ein erstes Symptom für eine vernarbende Alopezie sein. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich sichtbare, meist mit Eiter gefüllte Pusteln am Haaransatz und auf der gesamten Kopfhaut.

Auch Blasen oder größere Paspeln sind möglich. Die sichtbaren und spürbaren Symptome bleiben Dir im Anfangsstadium meist verborgen, so dass vernarbender Haarausfall über viele Monate unbemerkt verlaufen und Deine Haarwurzeln unwiderruflich zerstören kann.

Die Diagnose durch umfassende Untersuchungen

Durch die verschiedenen Ursachen und den anfänglich langsamen Verlauf ist die Diagnose auch für erfahrene Mediziner schwierig. Um eine vernarbende Alopezie und deren Gründe eindeutig zu diagnostizieren, wird eine Biopsie empfohlen. Mit einem Bluttest, einer Haaranalyse und der mikroskopischen Kopfhautuntersuchung lässt sich die Problematik meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkennen.

Die Biopsie ist zwar schmerzhaft, im Bezug auf die Feststellung des vernarbenden Haarschwundes aber durchaus sinnvoll. Vorab wird der Dermatologe eine konventionelle Haaranalyse vornehmen und die Kopfhaut mikroskopisch untersuchen. Ergibt sich der Verdacht, dass vernarbender Haarverlust auftritt, sind weitere Untersuchungen inklusive der Entnahme einer Hautprobe mit Haarfollikeln sinnvoll.

Dies kann vor allem dann der Fall sein, wenn sich aus dem Ergebnis der Blutuntersuchung eine der oben aufgeführten Erkrankungen ergibt. Leidest Du unter einer Pilzerkrankung auf der Kopfhaut, ist diese im Vergleich zu anderen Gründen verhältnismäßig einfach erkennbar. Allerdings kann auch hier eine Biopsie verbesserte Behandlungsmöglichkeiten mit sich bringen, da der Pilz eindeutig bestimmt wird.

Tritt vernarbender Haarausfall vorwiegend an den Schläfen oder im Scheitelbereich auf, kann es sich um Folliculitis decalvans, eine Sonderform mit chronischem Verlauf handeln. Die Ursachen der Folliculitis decalvans sind bis heute noch nicht geklärt, wodurch die Behandlung nur eine Linderung der Symptome, aber keine Heilung erzielen kann.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapie

In den meisten fällen zerstört vernarbender Haarverlust die Follikel vollständig. Das heißt konkret, dass einmal ausgefallenes Haar in den betroffenen Bereichen nicht nachwächst. Die Haarwurzeln sterben ab und auf der Kopfhaut bleibt eine Narbe zurück. Alle konventionellen Therapien mit haarwuchsfördernden Mitteln oder Eigenblut sind bei Haarschwund mit Narbenbildung wirkungslos.

Die Behandlung bezieht sich immer auf eine Therapie der Ursachen und eine Linderung der Symptome. Auch wenn auf den bereits kahlen Kopfhautstellen kein neues Haar wächst, sollte vernarbender Haarausfall in der Symptomatik behandelt werden. Das bedeutet, dass der Arzt Dir Medikamente verordnet, durch die eine vorherrschende Entzündung und Papelbildung, der Juckreiz oder die Pilzinfektion bekämpft werden.

Die langwierige Behandlung dient dem Zweck, ein Voranschreiten der Problematik aufzuhalten und die meist begleitende Entzündung der Haarbälge zu stoppen. Vernarbender Haarverlust wird im Regelfall mit Kortikosteroiden in Form von Salben, Tinkturen und Lösungen zur Auftragung auf den Randbereichen der entzündeten Areale behandelt.

Je früher der Arzt eine vernarbende Alopezie bei Dir diagnostiziert, umso besser stehen die Chancen, die vollständige Kahlköpfigkeit mit dickem Narbengewebe auf Deiner Kopfhaut zu unterbinden.

Ist eine Haartransplantation möglich?

Da vernarbender Haarausfall immer mit sichtbaren ästhetischen Beeinträchtigungen einhergeht, stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten einer Eigenhaarverpflanzung nicht ohne Grund. Die Erfolgsquote hängt primär von der bereits erfolgreich therapierten Grunderkrankung, beziehungsweise der Ursache für den Haarschwund ab.

Durch den minimalinvasiven Eingriff, bei dem Dir gesunde Haarbälge im Spenderbereich entnommen und im Empfängerbereich verpflanzt werden, kann neues Haar wachsen und nach der Heilungsphase Deine Kopfhaut bedecken. Ist die Narbenbildung sehr stark fortgeschritten, kann eine vorherige Abtragung des Narbengewebes nötig sein.

Die Entscheidung über die Möglichkeiten und den Erfolg der Haarverpflanzung tritt das Team aus Haarspezialisten im Einzelfall. Wichtig ist, dass Du vor dem Termin eine Blutuntersuchung vornehmen und Dir die Ergebnisse zur Vorlage in der Haarklinik aushändigen lässt.

Liegt keine Kontraindikation vor und ist die Ursachenbehandlung vollständig abgeschlossen, kannst Du Dich für eine Haartransplantation entscheiden und Deine gewünschte Ästhetik mit vollem Haar wieder herstellen lassen.

Fazit | Nur bei Früherkennung lässt sich vernarbender Haarverlust im Einzelfall aufhalten

Vernarbender Haarverlust ist aufgrund der vielen Ursachen und seinem schweren Verlauf sehr komplex. Im Frühstadium stellst Du selbst keine Vernarbung fest, wodurch sich die Symptome weiter ausbreiten und Deine gesamte Kopfhaut betreffen können. Befindet sich die vernarbende Alopezie bereits im fortgeschrittenen Stadium, ist ein Stopp der Symptome oftmals nicht mehr möglich.

Für die Ursachenforschung wird Dir der Dermatologe zu einer Biopsie raten, der Du trotz Angst vor den Schmerzen und einer zusätzlichen Narbe zustimmen solltest. Um den Verlauf aufzuhalten und eine effektive Ursachenbehandlung zu beginnen, muss der Grund für den Haarschwund bekannt sein und keine Zweifel zulassen.

Da vernarbender Haarausfall irreversibel ist, wirst Du früher oder später vor der Frage nach einer ästhetischen Behandlung stehen. In den meisten Fällen ist ein Eigenhaarimplantat möglich, sofern Deine Haarbälge nicht alle betroffen sind.

Die Haarverpflanzung kann die vorherige Entfernung von Narbengewebe erfordern. In einer renommierten Haarklinik wirst Du ausführlich beraten und über Deine persönliche Erfolgsquote der Behandlung aufgeklärt.

ÜBER DEN AUTOR

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Haarausfallen

Warum führe ich diesen Haarausfall-Blog? Weil ich schon mit 19 unter Haarausfall gelitten und ihn nun endlich in den Griff bekommen habe. Ich möchte alle Erfahrungen der Menschen zum Thema Haarausfall verbinden, eine Plattform zur anonymen Diskussion über das sensible Thema Haarausfall bieten und gemeinsam Lösungen finden.