Der Arzt des US-Präsidenten hat für Aufsehen gesorgt, als er bekannt gab, welches Mittel Donald Trump für die Haare verwendet, um dem Haarschwund entgegenzuwirken. Es handelt sich dabei um Finasterid. Nicht nur die Heilwirkung, sondern auch die potenziellen Nebenwirkungen sorgten für reichlich Gesprächsstoff. In diesem Beitrag werde ich explizit auf diese eingehen und Dir Risiken und Vorteile des Wirkstoffs erklären.

Das Haarwuchsmittel von Donald Trump in der Kritik

Es wurden etwa 1370 Klagen gegen den Hersteller namens „Merck“ eingereicht. Eine Sammelklage gegen den pharmazeutischen Giganten soll untersuchen, inwiefern das Produkt mit einer Vielzahl von sexuellen Nebenwirkungen nach der Einnahme in Verbindung steht. Die Firma Merck gab bis dato hierzu keine Stellungnahme.

Merck vertreibt Finasterid mit einer 1 mg Dosierung unter dem Markennamen „Propecia“. Es handelt sich hierbei um ein verschreibungspflichtiges Medikament, das gegen erblich-bedingten Haarausfall zum Einsatz kommt.
Das verwandte Medikament „Proscar“ wird in 5 mg Präparaten gegen die Symptome von Prostatahyperplasie, einer vergrößerten Prostata, eingesetzt. Seit der Einführung auf den Markt, wurde dieses Mittel bereits mehr als 1 Million US-Amerikanern verschrieben.

Gemeinsam mit dem ähnlichen Stoff „Dutasteride“, welches unter der Marke „Avodart“ verkauft wird, gehört Finasterid zu den 5α-Reduktase-Hemmern (5-ARI). Diese blockieren die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron. Dieser eigentlich natürliche Prozess ist oftmals die Ursache für anlagebedingten Haarausfall.

Propecia, Proscar und Avodart werden Männern zur Blockierung von Dihydrotestosteron routiniert verschrieben. Zur Verwendung und Behandlung einer vergrößerten Prostata, insbesondere bei älteren Männern, sind diese Medikamente essentiell. Aber viele Betroffene sind sich oft nicht darüber im Klaren, welche immensen und bleibenden Nebenwirkungen durch die Einnahme dieser Pharmazeutika auftreten können.

Ärzte sprechen oft von dem Post-Finasterid-Syndrom. Es handelt sich hierbei um eine Symptomkonstellation, die sich sexuell, physiologisch und psychologisch äußern kann. Insbesondere von den sexuellen Nebenwirkungen wird häufig berichtet.

Durchgeführte Studien zu Finasterid

Ärzte verschreiben Finasterid gegen Haarausfall

Im Jahr 2012 hat die amerikanische „Food and Drug Administration (FDA)“, welche als Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde agiert, den Hersteller verpflichtet, Betroffene explizit über die möglichen Nebenwirkungen dieser Medikation zu informieren. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Störungen der Libido, der Erektion und generell Störungen im Organismus, die auch nach Absetzen des Mittels anhalten können.

Die Studien zu den Nebenwirkungen von Finasterid, das auch Donald Trump für die Haare verwendet, reichen bis ins Jahr 1992 zurück. Dies war das Jahr, in dem die FDA den Wirkstoff ursprünglich zur Behandlung von Prostatahyperplasie zuließ.

Bereits damalige Studien belegten, dass Finasterid in 1 mg und 5 mg Dosierungen vermehrt mit Impotenz, Erektionsstörungen und einer verminderten Libido im Zusammenhang stehen. Diese Erkenntnisse lösten jedoch keine öffentliche Debatte aus.

5 Jahre später, im Jahr 1997 ließ die FDA das Produkt Propecia zur Behandlung von Haarausfall zu. Dies hatte zur Folge, dass die Anzahl der Verschreibungen von Finasterid drastisch zunahmen und eine neue Zielgruppe erfasst wurde: junge Männer. Mit dieser neuen Marktnische stieg die Besorgnis über die Nebenwirkungen an, da junge Männer tendenziell weniger unter sexuellen Störungen leiden als ältere Menschen.

Über 1500 Männer zwischen 18 und 41 Jahren nahmen im Rahmen einer 2 jährigen Studie Propecia ein. Hierbei wurde in zwei Gruppen unterteilt, die entweder das tatsächliche Medikament oder ein Placebo-Produkt erhielten. Die Anzahl an Teilnehmern, bei denen sexuelle Störungen als Nebenwirkung auftraten, war doppelt so hoch wie bei der Placebo-Gruppe.

Da diese Studie zum Test von Finasterid und seiner Wiederherstellung von Haarwachstum durchgeführt wurde und das Ausmaß der sexuellen Fehlfunktionen keine Regelmäßigkeit aufwies, wurden die möglichen Nebenwirkungen von dem Produkt nicht stark propagiert.

Anhaltende Nebenwirkungen und Störungen sind möglich

Noch mehr Aufruhr und Besorgnis wurde erzeugt als festgestellt wurde, dass eine Vielzahl von Männern auch nach Absetzen des Medikaments weiterhin unter den Nebenwirkungen litt. Die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Journal of Sexual Medicine“ veröffentlichte im Jahr 2012 eine Studie, die untersucht hat, inwiefern die Symptome der Nebenwirkungen anhalten oder irreversibel sind.

54 Männer unter 40 Jahren, die trotz des dreimonatigen Absetzens der Behandlung mit Finasterid weiterhin unter sexuellen Fehlfunktionen litten, wurden nach durchschnittlich 14 Monaten erneut untersucht. 96% dieser Männer hatten auch nach Beenden der Behandlung mit dem Produkt, das auch Donald Trump für die Haare nutzt, anhaltende sexuelle Dysfunktionen.

Anfang des Jahres ergab eine Untersuchung von 17 zufälligen, aber kontrollierten Studien (an denen mehr als 17.000 Patienten teilnahmen), dass die Dysfunktionen sich in erektilen Störungen und Hyporgasmie äußern. Die Zahl war bei jungen Männern, die Propecia gegen männlichen Haarausfall anwenden, fast doppelt so hoch wie bei älteren Herren.

Nahezu zeitgleich wurde in einer Studie festgestellt, dass die Anwendung von Finasterid gegen Haarverlust eine Veränderung des Steroidspiegels im Nervenwasser zur Folge haben kann.

Diese Steroide können bewiesenermaßen die Gehirnfunktion beeinflussen. Die oft mit Finasterid in Verbindung gebrachten psychologischen Probleme wie Depressionen oder Suizidalität könnten wohlmöglich damit erklärt werden.

Verantwortungsvollerer Umgang mit Finasterid

Diese Studien bringen viele Menschen dazu, dass sie die Verwendung des Medikaments, mit dem US-Präsident Donald Trump die Haare behandelt, genauer überdenken und abwägen. Insbesondere junge Menschen blicken der Verwendung von Finasterid skeptischer entgegen, da sexuelle Fehlfunktionen in jungem Alter um jeden Preis zu vermeiden sind. Mittlerweile wird dieses Medikament relativ leichtfertig verschrieben, weshalb das potenzielle Risiko für die gravierenden Nebenwirkungen schwer zu rechtfertigen ist.

Finasterid wird in der Urologie nach wie vor ein unabdingbares Medikament gegen bestimmte Erkrankungen sein. Da aktuelle Studien darauf hindeuten, dass die mit Finasterid in Verbindung gebrachten Nebenwirkungen auch nach Absetzen des Arzneimittels bestehen bleiben können, müssen Patienten explizit über die möglichen Folgen instruiert und aufgeklärt werden.

Ob das Medikament für Personen in öffentlichem Ämtern sicherer ist, wurde nicht untersucht. Bewiesen ist jedoch, dass das Haarwuchsmittel von Donald Trump anhaltende Nebenwirkungen auslösen kann.