Jeder Mensch verliert täglich mehrere Dutzend Haare. Das ist nicht bedenklich und ein ganz natürlicher Vorgang. Wenn der Verlust jedoch überdurchschnittlich hoch ist und die Haare nicht nachwachsen, ziehen Betroffene gegen den Haarausfall immer mehr Behandlungen in Erwägung.

Viele leiden oft psychisch unter dem immer lichter werdenden Haar, fühlen sich nicht mehr attraktiv und ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Doch welche Behandlungen können Dir hierbei Abhilfe schaffen? In diesem Beitrag geben wir Dir darauf die Antwort.

Ursachen, die bei Haarausfall eine Behandlung erfordern

Ursachen - Haarausfall BehandlungenDass sich die Haare regelmäßig erneuern, ist ganz normal. Sie haben nur eine begrenzte Lebensdauer, sterben in Folge von Nährstoffmangel ab und fallen anschließend aus. Sie werden durch ein Neues ersetzt. Der Wachstumszyklus eines Haares beträgt etwa zwei bis sechs Jahre. Im Falle von Haarausfall ist entweder der Wachstumszyklus gestört oder die Haarfollikel sind nicht mehr fähig, neue zu bilden. Hier muss Haarausfall mit Behandlungen entgegen gewirkt werden.

Ursache kann die erbliche Veranlagung, eine Erkrankung oder ein Mangel, beispielsweise eine Unterversorgung mit Eisen, sein. Auch ein gestörter Hormonhaushalt, bestimmte Medikamente, die falsche Ernährung oder Stress können den Haarverlust begünstigen. Haarausfall ist ein häufiges Problem. Nahezu zwei Drittel aller Männer und die Hälfte aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens, vor allem mit zunehmendem Alter, am teilweisen Verlust ihrer Haarpracht.

In welchen Formen fallen die Haare aus?

Die häufigste Form des Verlusts ist der erblich- oder anlagebedingte Haarausfall. Rund 95 Prozent aller Betroffenen sind von dieser Form des Haarverlusts betroffen. Weitere Formen sind der kreisrunde und diffuse Haarverlust.

Erblich bedingter Haarausfall

Schuld am anlagebedingten Haarverlust ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf das männliche Hormon Dihydrotestosteron. Mit zunehmenden Alter werden die Haarfollikel und die aus ihnen gebildeten Haare immer dünner. Diese Form gilt nicht als Krankheit, weshalb für diese Art des Haarausfalls die Behandlungskosten auch nicht von den Krankenkassen getragen werden. Das Ausfallmuster ist bei Frauen und Männern unterschiedlich.

Bei Letzteren bilden sich meist zunächst Geheimratsecken, während bei Frauen das Haar rund um den Scheitel dünner wird. Bei Männern schreitet der Verlust der Haare so weit voran, dass sich an Stirn oder Hinterkopf eine Glatze bildet. Frauen bleiben normalerweise von der Glatzenbildung verschont.

Kreisrunder Haarverlust

Der kreisrunde Haarausfall ist nach derzeitigem Erkenntnisstand vermutlich eine Autoimmunreaktion des Körpers. Das Immunsystem greift dabei die Haarfollikel an, wodurch der Wachstumszyklus der Haare unterbrochen wird und diese ausfallen. Die Ursachen hierfür sind bisher nicht bekannt. Da diese Form des Haarverlusts in manchen Familien jedoch gehäuft auftritt, ist möglicherweise eine genetische Ursache der Auslöser.

Betroffene entwickeln innerhalb kurzer Zeit kreisrunde, kahle Stellen. Diese können nicht nur im Kopfhaar entstehen, sondern auch im Bart oder den Augenbrauen. Frauen sind etwas häufiger von kreisrundem Haarausfall betroffen als Männer. Meist trifft es jüngere Menschen bis zum 30. Lebensjahr.

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall werden die Hauptpracht durchweg dünner. Neben hormonellen Ursachen, beispielsweise in Folge einer Schwangerschaft oder nach einer Hormontherapie, können auch eine gestörte Funktion der Schilddrüse sowie ein Eisenmangel Auslöser für den diffusen Haarverlust sein. Auch von dieser Form des Haarschwunds sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Welche Formen gibt es noch?

Die bisher genannten Formen des Haarverlusts sind sogenannte nicht-vernarbenden Alopezien. Die Haarfollikel bleiben weiterhin intakt und bilden keine Narben. Es gibt allerdings auch vernarbende Alopezien, bei denen die Haarfollikel irreparabel geschädigt sind. In Folge von Verletzungen, Infektionen, Verätzungen oder Tumoren können sich keine neuen Haare mehr bilden. Auch permanenter Zug an den Haaren, ausgelöst durch eine stramm sitzende Frisur, kann die Haarfollikel zerstören.

Haarbehandlungen – wie lässt sich der Verlust der Haare stoppen?

Wie sich der Haarausfall durch Behandlungen erfolgreich stoppen lässt, hängt davon ab, um welche Form des Haarausfalls es sich handelt. Zunächst müssen die Ursachen geklärt werden, bevor diese durch Haarbehandlungen gezielt beseitigt werden können. Da es sich beim anlagebedingten Haarausfall um eine erbliche Ursache handelt, ist diese Form schwer zu therapieren.

Auch kreisrunder Haarausfall ist kaum zu behandeln. In diesem Fall hilft meist nur abwarten, da der kreisrunde Haarausfall oft nur von begrenzter Dauer ist und die Haare anschließend von selbst wieder nachwachsen. Diffuser Haarausfall kann durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden. Diese gilt es zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Eine Schilddrüsenerkrankung muss therapiert oder ein Mangel behoben werden, damit die Haarpracht sich regenerieren kann. Auch wenn Haarausfall schwierig zu behandeln ist, gibt es doch einige erfolgversprechende Möglichkeiten, die zu einem gesunden Haarwachstum beitragen können.

Behandlungen mit natürlichen und pflanzlichen Mitteln

Bio-EngineeringNatürliche Mittel gelten als besonders schonende Anwendung. Die natürlichen Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus und liefern dem Körper zahlreiche wichtige Nährstoffe, der er für das gesunde Haarwachstum benötigt. Die Brennnessel gilt als Pflanze mit vielen Vitaminen und Mineralien, die der Haargesundheit zuträglich sind.

 

Neben Kalium, Kalzium und Eisen enthält die Brennnessel die Vitamine B1, B5, C, D und E. Diese fördern die Durchblutung der Kopfhaut, wodurch die benötigten Nährstoffe schneller an die Haarwurzel weitergeleitet werden können.

Auch Bockshornklee kann gegen Haarausfall helfen. Auch dieser enthält viel Eisen und Vitamine, die die Durchblutung anregen. Eines der bekanntesten pflanzlichen Mittel gegen den Verlust der Haare ist die Traubensilberkerze. Die ausdauernde krautige Pflanze wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus und wird vor allem bei Frauen in den Wechseljahren mit Erfolg eingesetzt.

Weiterhin gilt Arganöl als gutes Mittel bei der Behandlung  von Haarausfall. Verantwortlich sind die ungesättigten Fettsäuren, die eine revitalisierende Wirkung haben. Auch Klettenwurzelöl wirkt sich auf vielfältige Weise positiv auf die Haargesundheit aus. Es kann nicht nur helfen, den Verlust zu stoppen, sondern wirkt auch bei Ekzemen und Schuppenflechten und macht das Haar glänzender und geschmeidiger.

Dem Verlust medikamentös entgegen wirken

Medikamente, die für Haarbehandlungen eingesetzt werden, enthalten Wirkstoffe wie Minoxidil oder Finasterid. Diese sollen das Ausfallen stoppen und ein neues Wachstum anregen. Minoxidil ist ein Antihypertonikum, das ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wurde. Als Nebenwirkung zeigte sich häufig ein gesteigertes Haarwachstum. Weshalb der Wirkstoff fortan auch bei der Bekämpfung von Haarverlust zum Einsatz kam.

Finasterid ist ein Enzymhemmer, der die Bildung des Hormons Dihydrotestosteron verhindert. Der Wirkstoff wird erfolgreiche bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt. Ein Stopp des Haarausfalls kann damit in den meisten Fällen erreicht werden.

Die Haartransplantation als langfristige Lösung

Haarausfall Behandlung HaartransplantationEine erfolgversprechende Möglichkeit den Haarausfall auszugleichen, ist die Haartransplantation. Dabei werden körpereigene Spenderhaare an die lichten Stellen verpflanzt. Diese wachsen in rund 98 % aller Fälle auf gesunder Kopfhaut erfolgreich an. Die neuen Haare können ganz normal gepflegt und behandelt werden. Auch wenn die Kosten für eine Transplantation zunächst hoch erscheinen, halten die verpflanzten Haare in den meisten Fällen ein Leben lang. Das Ergebnis wirkt bei fachmännischer Durchführung sehr natürlich und lässt den Eingriff nach einigen Monaten nicht mehr erkennen.

Welche Behandlungen helfen erfolgreich? Ein Fazit

Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben, ist für die Betroffenen jedoch immer eine Belastung. Vorbeugen kann man den Verlust häufig kaum, da er meist erblich bedingt ist. Bevor für Haarausfall eine Behandlung gewählt wird gilt es zunächst die Ursachen zu erkennen und dann die Therapie entsprechend auszurichten. Ist das Voranschreiten des Haarausfalls mit Medikamenten auf Minoxidil– oder Finasteridbasis häufig von Erfolg gekrönt, ist es doch schwer, das Wachstum der wieder anzuregen.

Besonders bei erblich bedingtem Haarausfall müssen die kahlen Stellen oft hingenommen werden. Doch ganz unmöglich ist es nicht, wieder volles Haar zu erlangen. Eine Transplantation von Eigenhaar ist dank der modernen Methoden und Techniken eine vielversprechende Möglichkeit, Haarausfall erfolgreich zu besiegen.