Manche haben sich mit ihr abgefunden und manche versuchen vehement, sie zu bekämpfen: Die Rede ist von der Glatze. Viele Spekulationen ranken sich um sie. Laut Volksglauben ist es der Vater, der die Glatze an seinen Sohn vererbt: Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, lohnt sich also ein Blick auf den Kopf des Vaters, um zu bestimmen, ob sein Nachfolger eine Glatze kriegen wird oder nicht. Doch stimmt das überhaupt? Wer ist für die Glatzen Vererbung verantwortlich und wie kommt es überhaupt zum männlichen Haarausfall?

Gendefekt Glatze

Gendefekt Glatze

Genetiker haben nach Familien geforscht, in denen mehrere Generationen Glatzenträger vorkommen und dabei eine Gemeinsamkeit herausgefunden: Bei den betroffenen Männern ist die Struktur der Androgen-Rezeptoren teilweise defekt. Androgene sind männliche Hormone, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des männlichen Geschlechts spielen. Ihre Wirkung wird durch den Defekt verstärkt, was zu Haarausfall führt.

Laut „American Journal of Human Genetics“ erfolgt die Vererbung der Glatze über die Mutter, da die Anlage für die Androgen-Rezeptoren auf dem X-Chromosom liege und diese nur von ihr vererbt werden könnten. Die Forscher gehen daher davon aus, dass das Glatzen-Gen vom Großvater mütterlicherseits weitergegeben werde und nicht unmittelbar vom Vater.

Ist nur ein Gen für die Vererbung einer Glatze verantwortlich?

Gen für die Vererbung einer Glatze verantwortlich

Ist es also so einfach? Die Vererbung von genetisch bedingtem Haarausfall erfolgt ausschließlich über die Mutter? Nein, ist es natürlich nicht. Es gebe noch weitere Gene, die unabhängig vom Geschlecht der Eltern vererbt werden würden und für den männlichen Haarausfall verantwortlich seien. Diese könnten sogar direkt vom Vater an den Sohn übertragen werden.

Wer nun glaubt, man könne ablesen, wer in der Familie für die Glatzen Vererbung verantwortlich sei anhand der Haarfarbe, der irrt leider. Das Glatzen-Gen ist nämlich nicht dominant. Deshalb kann man nicht sagen, ob es vererbt wurde oder nicht.

Wenn Sie nun von erblich bedingtem Haarausfall betroffen sind, stellen Sie sich vielleicht die Frage: Wie kann ich die Glatzenbildung stoppen? Gibt es überhaupt Mittel und Wege?

Was kann ich gegen die Glatzenbildung tun?

Was kann ich gegen die Glatzenbildung tun?

Bevor Sie nun die Drogerien dieser Welt unsicher machen, wäre es wichtig, erst einmal herauszufinden, an welcher Art von Haarausfall Sie leiden? Die Wahrscheinlichkeit für genetisch vererbten Haarverlust ist zwar groß, jedoch nicht die einzige mögliche Ursache. Bei einem Hautarzt können Sie sich einer ausführlichen Haaranalyse unterziehen. Dabei wird Ihre Kopfhaut unter dem Mikroskop genauestens analysiert, Gewebeproben entnommen und Ihr Hormonstatus bestimmt. Falls Sie unter vorübergehenden Haarausfall leiden, der beispielsweise durch Stress oder Medikamente hervorgerufen wurde, kann man Gegenmaßnahmen einleiten und Ihr Haar hat gute Chancen sogar wieder zurückzukehren.

Bei erblich bedingtem Haarausfall sieht es dagegen schon anders aus. In diesem Fall kann man den Haarausfall stoppen. Eine Möglichkeit, die sie sich steigender Beliebtheit erfreut, ist die so genannte PRP-Behandlung.

Was ist eine PRP-Behandlung?

PRP steht für Plateled Rich Plasma, was so viel wie „blutreiches Plasma“ bedeutet. Bei dieser effektiven Behandlungsmethode wird Ihnen Blut abgenommen, zentrifugiert und der wertvolle Anteil unter die Kopfhaut gespritzt. Dort kann es seine wachstumsfördernde und heilende Wirkung entfalten. Bekannt ist diese Therapie vor allem aus dem Anti-Aging, wo es zu maßgeblichen Erfolgen beitragen konnte.

Fazit

Zusammenfassend sei gesagt, dass die Vererbung der Glatze auf die Erbanlage von Androgen-Rezeptoren auf dem X-Chromosom der Mutter zurückgeht, jedoch auch eine Übertragung bestimmter Gene vom Vater auf den Sohn ausschlaggebend sein kann. Eine wertvolle Methode zur Bekämpfung stellt die so genannte PRP-Behandlung dar, die beschädigte Haarwurzeln reparieren und die Haarstruktur stärken kann.