Mütze nach der Haartransplantation: Erlaubt oder nicht?

Nach der Haarverpflanzung Kopfbedeckung tragen? Das ist nicht so einfach. Auch wenn du das starke Bedürfnis danach hast, deine Wunden zu bedecken, solltest du die hier gesammelten Informationen beachten. Wir verraten dir, ob du Mütze, Cappy oder andere Kopfbedeckungen tragen darfst und erklären dir, warum es wichtig ist, sich an diese Regeln zu halten.

Cappy, Kopftuch oder Mütze nach der Haartransplantation? Am besten nicht!

Mütze, Cappy nach der Haartransplantation

Nach der Eigenhaarverpflanzung im Kopfbereich setzt du am besten erst mal keine Kopfbedeckung auf – das heißt weder eine Basecap, noch eine Mütze oder ein Kopftuch. Denn die Wunden der Behandlung sind noch frisch und müssen nun heilen. Damit die Heilung optimal verläuft, solltest du so viel Luft und Sauerstoff wie möglich an die Haut im Empfänger- und im Spenderbereich lassen. Jegliche Kopfbedeckung kann sich negativ auf den Behandlungserfolg auswirken, zum Beispiel weil die Kopfhaut nicht ganz trocken bleibt oder Reibung an den frisch implantierten Grafts zerrt. Problematisch ist auch, wenn du mit deiner Kopfbedeckung versehentlich irgendwo hängen bleibst. Sorge also wann immer es möglich ist für die Freiheit deiner Kopfhaut. Du kannst nichts Besseres tun, um die Heilung zu beschleunigen!

Nach der Haarverpflanzung Kopfbedeckung tragen kann auch helfen

In manchen Fällen ist das Tragen einer Kopfbedeckung trotzdem die bessere Wahl, als immerzu frische Luft an die Kopfhaut zu lassen. Das gilt immer dann, wenn du deine Unterkunft verlässt und draußen der Sonne, Staub oder Schmutz ausgesetzt bist. Denke daran, dass du dein Transplantationsergebnis über vier Wochen lang nicht dem UV-Licht aussetzen darfst. Direkte Sonneneinstrahlung schadet deinen Grafts und kann dafür sorgen, dass diese nicht mehr anwachsen und ausfallen. Schmutz und Staub verursacht ein ganz anderes Problem: Durch darin enthaltene Viren und Bakterien droht die Gefahr, dass du dir eine Infektion einfängst. Auch hier kommt es im schlimmsten Fall zu einem Verlust deiner Implantate. Doch welche Kopfbedeckung ist dann geeignet?

Fischerhut nach der Haarverpflanzung

Diese Kopfbedeckung ist die beste Wahl nach deiner Eigenhaarverpflanzung. Ein solcher Schlapphut mit breiter Krempe sorgt dafür, dass weder Sonne nach Staub an deine frischen Wunden gelangt. Außerdem bestehen diese Hüte oft aus einem luftigen Material wie Baumwolle, was dazu beiträgt, dass deine Wunden einigermaßen atmen und verheilen können. In manchen Fällen erhältst du einen passenden Fischerhut in deiner Größe von deinem Transplantations-Anbieter. Kläre das am besten vor der OP mit dem Team ab, ansonsten solltest du den Hut bereits vor dem Termin besorgen. Achte beim Kauf möglichst darauf, einen Hut aus Bio-Baumwolle zu kaufen. So sind deine frischen Wunden an der Kopfhaut keinen ungesunden Schadstoffen ausgesetzt.

Mütze nach der Haartransplantation

Mütze nach der Haartransplantation

Im Winter ist Zeit für eine warme Mütze aus Wolle – nach der Haarimplantation nimmst du aber besser Abstand von Pudelmütze und Co. Die Mütze ist gleich in mehrerer Hinsicht problematisch. Einerseits schwitzt du leicht unter der Wollmütze, was dafür sorgen kann, dass deine Grafts durch das im Schweiß enthaltene Salz Schaden nehmen. Andererseits liegt das Material einfach viel zu eng an der Haut an. Das ist bei Wolle noch viel tückischer als bei anderen Materialien. Denn die feinen Härchen, die aus einem Teil der Grafts heraus wachsen, verfangen sich leicht in der Wolle. Nimmst du dann die Mütze ab, reißt du dir einen Teil deiner Implantate heraus. Verzichte daher auf jegliche Art von Wollmütze – auch wenn sie mit weichem Stoff gefüttert sind.

Basecap nach der Haarverpflanzung

Mit dieser Kopfbedeckung tust du dir ebenfalls nichts Gutes nach einer Haarverpflanzung. Zwar ist die Basecap im Gegensatz zur Mütze lockerer, doch um deine Grafts zu schützen, ist sie immer noch viel zu eng. Sogar locker sitzende Modelle sind nicht zu empfehlen. Lockere Basecaps rutschen auf der Kopfhaut hin und her und ziehen dadurch besonders stark an den Grafts. Cappys sind darüber hinaus nicht besonders luftdurchlässig. Schweiß kann sich so leicht unter der Kopfbedeckung ansammeln.

Kopftuch nach der Eigenhaartransplantation

Das Kopftuch zählt ebenfalls zu den Kopfbedeckungen, die der Haut im Spender- und Empfängerbereich nicht gut tun. Zwar kommt es hier weniger zur Reibung (vorausgesetzt, du setzt das Tuch vorsichtig auf), dafür kommt nur wenig frische Luft an die Wunden. Muslimas, die Kopftuch tragen, werden aber kaum bereit sein, einen Fischerhut zu tragen, sodass fremde Personen die Haare sehen. Falls du keine bessere Lösung findest und zwingend Kopftuch tragen möchtest, solltest du ein möglichst leichtes und luftiges Tuch auswählen, in dem sich deine Implantate nicht verfangen. Seide ist in diesem Fall empfehlenswert.

Wann ist nach der Haarverpflanzung die Kopfbedeckung wieder erlaubt?

Etwa zwei Wochen nach der Haarimplantation darfst du wieder nach Belieben Mütze, Cappy, Kopftuch und andere Kopfbedeckungen tragen. Doch 14 Tage sind nur ein Richtwert. Orientiere dich daran, ob deine Wunden schon wieder verheilt sind. Das erkennst du daran, dass sich die Krusten weitgehend von deiner Kopfhaut gelöst haben. Trotzdem ist es wichtig, dass du weitere zwei Wochen deine Implantate vor der UV-Strahlung schützt.

Wann ist nach der Haarverpflanzung die Kopfbedeckung wieder erlaubt

Urlaub statt Kopfbedeckung

Manche Menschen treten generell nicht ohne Kopfbedeckung auf die Straße. Das gilt zum Beispiel für gläubige Muslimas, die ein Kopftuch tragen, oder junge Männer, die sich sehr stark an das Tragen einer Basecap gewöhnt haben. Andere könnten aufgrund der rasierten Kopfhaut nach der Haarverpflanzung Hemmungen haben, ihren bloßen Kopf zu zeigen. In solchen Fällen empfehlen wir dir, am Anschluss an die Haarimplantation einfach zwei Wochen Urlaub zu nehmen. So erholst du dich in Ruhe zu Hause und bewahrst deine Integrität, ohne dein Transplantationsergebnis durch das Tragen deiner typischen Kopfbedeckung zu gefährden.

Wann wachsen die Haare wieder?

Vielleicht trägst du seit Jahren täglich eine Kopfbedeckung, weil du damit dein schütteres Haar verstecken möchtest. Du fragst dich sicher, ab wann du deine Kopfbedeckung wieder abnehmen kannst, ohne dass du lichte Kopfhautstellen zeigen musst. Etwa nach drei bis sechs Monaten wachsen die ersten implantierten Haare.

Fazit: Nach der Haarverpflanzung Kopfbedeckung tragen

Es ist nicht leicht, sich nach der Eigenhaarverpflanzung für eine geeignete Kopfbedeckung zu entscheiden. Mindestens 14 Tage lang sollten Patienten noch vorsichtig sein. Zwar ist es für die frischen Wunden am besten, wenn genug frische Luft an sie heran kommt, doch sobald der Patient nach draußen geht und Sonne und Staub ausgesetzt ist, ist eine Kopfbedeckung sinnvoll. Haarkliniken geben ihren Patienten häufig leichte Fischerhüte mit. Diese sind am besten geeignet, um die Wunden zu schützen, ohne dass sie die Belüftung der Kopfhautstellen stark stören würden. Von Cappys, Kopftüchern und der Mütze nach der Haartransplantation sollten Patienten aber besser die Finger lassen.