Männer mit erblich bedingtem Haarverlust sind weltweit in großer Überzahl. Manche trifft es in jungen Jahren, und andere erst im reifen Lebensalter. Wie lässt sich dieser ästhetische Makel am besten aus der Welt schaffen? Erfahre in diesem Ratgeber, wann eine Haartransplantation sinnvoll ist oder ob die Eigenhaarverpflanzung sogar als Optimallösung für das Problem angesehen werden kann.

Haartransplantation: Sinnvoll für Betroffene von Haarverlust?

Kann eine umfassende Haartransplantation sinnvoll sein? Kräftiges, glänzendes Haupthaar steht sinnbildlich für Attraktivität und jugendlichen Elan. Was mit leichten Anzeichen von Geheimratsecken noch augenzwinkernd zur Kenntnis genommen wird, entwickelt sich spätestens bei ersten lichten Stellen am Hinterkopf zum ernstzunehmenden mentalen Konflikt: Der Haarverlust kratzt am Selbstbewusstsein – dieses zunehmende Ärgernis gehört ein für alle Mal unterbunden!

Viele Geschäftsideen widmen sich dem großen Thema Haarausfall, viel Unfug wurde und wird damit getrieben. Die Haarimplantation stellt einen Ausnahmefall in diesem boomenden Geschäftszweig dar: Sie ist ein chirurgischer Eingriff. Damit ist sie als klassische Methode der akademischen Medizin im Normalfall über alle Scharlatanerie-Zweifel erhaben.

Wenn Hausmittel nicht helfen: Ist eine Haartransplantation sinnvoll?

Nach vergeblichen Versuchen mit diversen Hausmitteln, Haarwässern, mit erfolgversprechenden Cremes und anderen Fabrikaten reift irgendwann der Entschluss, Nägel mit Köpfen zu machen. Das Thema Haarimplantation hat in den vergangenen Jahren deutlich Zulauf erhalten – nicht zuletzt aufgrund medienwirksamer Erfahrungsberichte von Prominenten, die sich erfolgreich einer Eigenhaarverpflanzung unterzogen haben.

Ein paar Punkte und Ratschläge sollen Dir die Entscheidung erleichtern, falls Du denselben Weg zum neuen Eigenhaar gehen willst wie so manch Filmstar oder Fußballikone. Bei der Entscheidung für eine Eigenhaarverpflanzung handelt es sich immerhin um einen operativen Eingriff unter örtlicher Betäubung: Dabei werden intakte Haarwurzeln aus dem Spenderbereich entnommen und an kahle oder lichte Stellen verpflanzt.

Haartransplantation sinnvoll

Haartransplantationen als internationaler Trend

Nicht nur in unseren Breiten entscheiden sich immer mehr Männer für diese mehrstündige Behandlung unter Lokalanästhesie – es handelt sich um ein globales Phänomen. Dieses ehemals als Tabuthema angesehene Problem namens Haarausfall wird heute ohne Berührungsängste öffentlich diskutiert. Die Internationale Gesellschaft für Haarchirurgie (ISHRS) bezifferte bereits für das Jahr 2016 die Gesamtzahl durchgeführter Haartransplantationen mit über 600.000, was einem Zuwachs von 40 Prozent in einem Zeitraum von nur zwei Jahren entspricht. Inklusive ISHRS-Nichtmitglieder wird weltweit sogar von der doppelten Zahl an Haartransplantationen ausgegangen. Die überwiegende Mehrheit (85 %) der Patienten sind Männer.

Erblich bedingter Haarausfall ist eine natürliche Alterserscheinung

Dass in erster Linie Männer eine Haarverpflanzung als sinnvoll für sich erachten, liegt daran, dass sie deutlicher häufiger von Haarverlust betroffen sind als Frauen. Acht von zehn Männern leiden im Lauf ihres Lebens an erblich bedingtem Haarausfall – es ist die bei weitem häufigste Form von Haarverlust und ein normales Phänomen des Älterwerdens. Der medizinische Begriff dafür lautet Androgenetische Alopezie, kurz AGA. Das Zusammenspiel verschiedener Erbanlagen sorgt im unterschiedlichen Lebensalter dafür, dass die Haare auszugehen beginnen.

Ab wann ist eine Haartransplantation sinnvoll?

Die Androgenetische Alopezie beginnt zumeist am Haaransatz über den Schläfen: Es kommt zur Ausbildung von Geheimratsecken. Ob eine Haartransplantation bei Geheimratsecken als sinnvoll betrachtet werden kann, ist Ermessenssache. Im Normalfall versuchen die Betroffenen dem Problem mit bereits erwähnten Hausmitteln, Cremes und Tinkturen zu Leibe zu rücken. Die Entscheidung für eine Haarverpflanzung fällt meist an einem Punkt, an dem sich der Betroffene klar ist, dass herkömmliche Mittel und die Behandlung in Eigenregie den Haarausfall nicht entscheidend aufhalten können. Der nächste Schritt ist die erste Kontaktaufnahme mit einem Spezialisten.

Klärung der Ursachen für den Haarausfall

Auch wenn die AGA, also der erblich bedingte Haarausfall in 95 von 100 Fällen für das Auftreten von Haarverlust verantwortlich ist, so gibt es doch Situationen, in denen eine Haarverpflanzung nicht sinnvoll ist. Die individuelle Ursache lässt sich mit ärztlicher Hilfe in den meisten Fällen abklären. Bei einigen Auslösern von lichter werdendem Haar und kahlen Stellen ist eine Haarimplantation nicht notwendig, weil die Haare von selbst wieder nachwachsen, sobald die Ursache behoben ist.

Haartransplantation sinnvoll

Wann ist eine Haartransplantation nicht sinnvoll?

Eine Haartransplantation ist bei folgenden Auslösern entweder nicht oder nur in seltenen Fällen angezeigt:

  • Bei Infektionskrankheiten
  • Medikamenten
  • Vergiftungen
  • Strahlentherapie
  • Nähr- oder Mineralstoffmangel
  • Autoimmunerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen

Ist ausreichend Spenderhaar vorhanden?

Ein weiteres Fragezeichen, ob die Haarverpflanzung sinnvoll ist, kann eine bereits weit fortgeschrittene Glatze darstellen. Falls nur noch ein schütterer Haarkranz am Hinterkopf als Entnahmebereich für Spenderhaar zur Verfügung steht, muss genau abgewogen werden, ob damit die gesamte kahle Fläche abgedeckt werden kann. In derart gelagerten Fällen kann eine Haardichte-Analyse Klarheit schaffen. In den meisten Fällen finden sich jedoch noch ausreichend dicht bewachsene Zonen als Basis für eine Eigenhaarverpflanzung.

Fortschreitender Haarausfall mit zunehmendem Alter

Bis es soweit ist, dass das Kopfhaar eines Mannes nur noch aus einem schmalen Haarkranz an den Seiten und am Hinterkopf besteht, hat der Haarausfall bereits mehrere Stadien durchlaufen. Der Prozess kann rasch, innerhalb weniger Jahre oder sogar Monate verlaufen oder sich jahrzehntelang hinziehen. Erblich bedingter Haarausfall bei Männern kündigt sich üblicherweise mit Geheimratsecken an, erfasst den frontalen Stirnbereich und schließlich den oberen Hinterkopf – der zurückweichende Haaransatz und die vorerst münzgroße Tonsur weiten sich schließlich zur Vollglatze aus.

Auch das weibliche Geschlecht ist von genetisch bedingtem Haarausfall betroffen: Bei Frauen zeigt sich ein Schütterwerden des Kopfhaares mehrheitlich im Bereich des Mittelscheitels. Eine Haartransplantation ist wann sinnvoll, ab welchem Lebensalter? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten – dafür weichen die Verläufe zu sehr voneinander ab: Wie erwähnt werden bei dem einen Betroffenen bereits im frühesten Erwachsenenalter die Haare lichter, beim anderen beginnt der Haarausfall erst nach dem 40. Lebensjahr oder noch später.

Vorbereitung und Planung der Eigenhaarverpflanzung

Die Entscheidungshilfe für den richtigen Zeitpunkt einer Haartransplantation bieten Spezialisten auf dem Gebiet der Haarchirurgie. Im Austausch mit dem Patienten erfährt der Arzt das Wichtigste über den bisherigen zeitlichen Verlauf, über das Tempo des Haarausfalls. Daraufhin werden Kopfhaut und Haarstatus untersucht – die Haarqualität wird festgestellt. Wenn aus ärztlicher Sicht eine Haarverpflanzung sinnvoll erscheint, werden Details geklärt.

Dabei geht es um die Wahl der Transplantationstechnik, um die Festlegung der Haarentnahmestellen und die genauen Areale, die mit Eigenhaar bedeckt werden sollen. Des Weiteren werden terminliche und finanzielle Fragen geklärt. Persönliche Beratung, sorgfältige Voruntersuchungen und gewissenhafte Planung sind ebenso entscheidend für das Gelingen wie die erfolgreiche Operation selbst.

Zwei Behandlungstechniken: FUT und FUE

Der Eingriff erfolgt üblicherweise unter örtlicher Betäubung und ambulant. Dabei kommt entweder die FUT- oder FUE-Operationsmethode zum Einsatz: Bei der FUT-Technik (Follicular Unit Transplantation – Transplantation follikulärer Einheiten) werden behaarten Hinterkopfarealen schmale Streifen entnommen und die Haarwurzeln daraufhin separiert und einzeln implantiert. Die kostenintensivere FUE-Technik (Follicular Unit Extraction – Entnahme follikulärer Einheiten) beruht auf der Entnahme einzelner Grafts, also Follikeleinheiten, welche dann an den vormarkierten Stellen eingesetzt werden.

Ein Graft umfasst durchschnittlich zwei bis drei Haare inklusive Haarwurzel. Je nach dem Ausmaß zu verpflanzender Haarstreifen oder Einzelhaare kannst Du mit einer Operationsdauer von etwa zwei bis acht Stunden rechnen. In den ersten Tagen nach dem Eingriff kommt es üblicherweise zu Schwellungen im Gesicht. Du bist jedoch rasch wieder gesellschaftsfähig und kannst nach etwa zwei bis drei Wochen auch wieder Sport treiben.

In vielen Fällen ist eine Haarverpflanzung sinnvoll

Für viele Personen mit Haarschwund unterschiedlichen Ausmaßes kann eine Haartransplantation sinnvoll sein. Da es sich hierbei um einen ernstzunehmenden medizinischen Eingriff handelt, ist die gewissenhafte Abwägung von Für und Wider entscheidend. Im Austausch mit erfahrenen Fachärzten wird Dir die Entscheidung leichter gemacht: Ist eine Haartransplantation sinnvoll? Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation? Wie umfangreich soll die Eigenhaarverpflanzung ausfallen? Welche Technik ist zu bevorzugen?

Da der Haarausfall grundsätzlich nicht aufgehalten wird, kann auch ein weiterer Eingriff in ferner Zukunft notwendig werden. Auch darüber wird Dich der Arzt des Vertrauens informieren. Eine erfolgreiche Operation ist für viele Jahre, über einen langen Zeitraum hinweg die Optimallösung schlechthin für das persönliche Haarproblem. Der tägliche Fokus auf das eigene Haarausfall-Dilemma gehört mit dieser einmaligen Behandlung der Vergangenheit an und die Erleichterung ist entsprechend groß: Mit der neuen Frisur kehrt das alte, verloren geglaubte Selbstbewusstsein zurück.