Nicht jeder ist mit vollem Haar an der Stirn und einer schönen, geraden Haarlinie geboren. Vor allem dann, wenn sich langsam Geheimratsecken bilden oder der Haaransatz ab dem mittleren Alter zurückweicht, wird die Haarlinie irgendwann zu einem Problem. Kann man die Stirn verkleinern mit einer OP beim Mann? So einfach geht es nicht, aber eine Haartransplantation bei hoher Stirn ist durchaus möglich. Dabei wird über eine Eigenhaarverpflanzung das Herunterziehen der Haarlinie erreicht.

Haartransplantation bei hoher Stirn einfach erklärt

Die Medizintechnik hat in den letzten Jahren wahnsinnig große Fortschritte gemacht, vor allem auf dem Gebiet der Haartransplantationen. War es noch vor wenigen Jahren üblich, einen ganzen Hautstreifen samt Haar vom Hinterkopf zu entnehmen und an den kahlen Stellen der Stirn mit aller Sorgfalt einzusetzen, ist es heute üblich, einzelne Haarfollikel aus dem Spenderbereich zu entnehmen und in winzige Kanäle am Haaransatz zu verpflanzen. Dort wachsen die Haarfollikel in der gewünschten Dichte an. Das Ergebnis ist sehr viel besser als bei der „Streifenmethode“: Es gibt kleinere Narben aufgrund kleinerer Einstiche, und der Haarwuchs ist natürlich und gleichmäßig. Auch im Spenderbereich ist der Eingriff schonender und das Ergebnis ästhetischer.

Wie genau funktioniert das Herunterziehen der Haarlinie?

Anhand von älteren Fotografien und auf der Basis einer genauen Untersuchung der Stirn wird festgestellt, wie das Haar dort früher gewachsen ist und wo eine natürlich wirkende, ästhetische Haarlinie verlaufen sollte. Das Haar am Hinterkopf wird ebenfalls untersucht: Da, wo es besonders dicht wächst, können Haarfollikel entnommen werden. 

Vor dem chirurgischen Eingriff wird es verschiedene Untersuchungen geben. Dabei wird auch die Art des Eingriffs genauer erklärt. Abhängig davon, wie sehr die Stirn optisch verkleinert werden soll bei der OP beim Mann, wie viele Haarfollikel also benötigt werden, kann der sogenannte Spenderbereich größer oder kleiner ausfallen. Auch die Anzahl der Grafts, so der Fachausdruck für die einzelnen verpflanzten Haarfollikel, hängt davon ab. Eine Haartransplantation bei hoher Stirn kann schon mit 2.000 Grafts möglich sein, kann aber auch das Doppelte oder Dreifache benötigen. 

Die Haarfollikel werden unter örtlicher Betäubung einzeln mit einer Hohlnadel entnommen. Die Nadel ist kaum dicker als der Haarkanal, in dem das Haar natürlicherweise wächst. Ein bisschen dicker muss sie sein, sonst könnte sie nicht die gesamte Haarwurzel mit Follikel aufnehmen. Daher spürst Du den Eingriff als leichtes Prickeln in der Haut. Nach dem Eingriff bilden sich im Spender-sowie Empfängerbereich Krusten, die die Wunden schützen und spätestens zwei Wochen nach dem Eingriff wieder verschwinden. 

Herunterziehen der Haarlinie bei Geheimratsecken?

Haartransplantation bei hoher Stirn

Genau das ist meistens die Situation: Ab einem gewissen Alter bilden die meisten Männer Geheimratsecken aus. Die können bis ins hohe Alter wachsen und sich auf der Kopfmitte irgendwann zur Halbglatze vereinen. Es kann aber auch sein, dass sie einfach irgendwann nicht mehr größer werden. Während manche Männer mit Mitte 30 nur noch einen spärlichen Haarkranz am Hinterkopf aufweisen, sind andere bis ins Alter von 80 Jahren mit einem vollen Haarschopf und nur leichten Einbuchtungen an der Stirn gesegnet.

Es ist gar nicht so einfach abzuschätzen, wie weit die Geheimratsecken später reichen werden. Was aber vermutliche jede Klinik vermeiden will, sind Patienten, die eine Haartransplantation bei hoher Stirn bekamen und später weiter oben am Kopf lichte Stellen oder gar kahle Stellen entwickeln. Denn das ist ästhetisch gar nicht vertretbar (so zumindest die Aussage von Patienten, die das erleben mussten), und es belastet psychisch. Bevor also die Haartransplantation bei hoher Stirndurchgeführt werden kann, muss die Ursache des Haarausfalls geklärt werden.

Welche Ursachen kann Haarausfall haben?

Generell wird unterschieden zwischen einem diffusen Haarausfall, der das Haar überall auf dem Kopf einfach dünner und dünner werden lässt, bis die Kopfhaut irgendwann durchscheint, und einem Haarausfall, der sich auf bestimmte Stellen beschränkt. Typisch sind Geheimratsecken, aber auch das Zurückweichen des Haaransatzes an der Stirn und runde, kahle Stellen auf dem Scheitel oder dem Cranum (sogenannte Tonsur). Haarwachstum ist sehr stark abhängig von den Enzymen und Hormonen, den Botenstoffen des Körpers. Der Stoffwechsel hat also starken Einfluss darauf. Er reagiert aber wiederum auf andere Umstände: Stress löst eine erhöhte Produktion von Hormonen aus, die die in der Haut vernetzten Nervenzellen vermehrt wachsen lassen und für ein dichteres Netz derselben sorgen.

Einige Botenstoffe des Nervensystems wiederum sorgen in den Haarfollikeln für Entzündungen. Halten diese an, schrumpfen die Haarfollikel, das Haar fällt aus und wird nicht nachgebildet. Aber manchmal reagieren die Haarfollikel auch ohne Entzündung und ohne genaue Ursache auf Hormone und Abbauprodukte des Stoffwechsels, entzünden sich, schrumpfen und stellen die Funktion ein. Auch dann macht sich das durch Haarausfall bemerkbar.

Eine unzureichende Ernährung, zu wenig Schlaf, ein von Lebensmittelunverträglichkeiten bedingter Mineralstoff- oder Vitaminmangel können ebenso Ursache von Haarausfall sein. Und (Zopfträger aufgepasst!) sogar stramm sitzende Haargummis begünstigen den Haarausfall in der Stirn. Wie das? Wer die Haare streng im Zopf oder im Herrendutt trägt, hat eigentlich permanent Zug auf den Haaren.

Dieser mechanische Reiz reicht aus, um die Haarfollikel zu beschädigen. Sind sie einmal beschädigt und stellen ihre Funktion ein, wächst an dieser einen Stelle kein Haar mehr nach. Beim normalen Pferdeschwanz und beim Herrendutt liegt der größte Zug auf den Haaren am Haaransatz, also der Stirnlinie. Die wird sich (wie bei Frauen mit langem Haar auch) also irgendwann leicht nach oben verschieben.

Haartransplantation bei hoher Stirn

Ursachen bekämpfen, soweit das möglich ist

Ist man einmal von Haarausfall betroffen, kann nicht mehr viel für das verlorene Haar getan werden. Haben Haarfollikel ihre Arbeit eingestellt, können sie nicht regeneriert werden. Aber über eine Eigenhaartransplantation ist das Herunterziehen der Haarlinie eben doch möglich. Und wenn die Ursachen des Haarausfalls bekämpft werden, fällt auch nicht mehr Haar aus, die Haarlinie verschiebt sich also im Idealfall nicht weiter. Daher ist es wichtig, dass Du so früh wie möglich abklären lässt, warum Du Dein Haar verlierst. Dein Hausarzt ist Dir dabei behilflich.

Fazit: Die Stirn zu verkleinern mit einer OP beim Mann ist nicht möglich, das Herunterziehen der Haarlinie dafür nahezu unproblematisch. Jogi Löw hat es getan, andere Promis auch: Die Haarlinie wird bei Männern ziemlich oft korrigiert. Eine Haartransplantation bei hoher Stirn kaschiert den Haarausfall bis zu einem gewissen Grad, und dank moderner Behandlungsmethoden wächst das Haar danach natürlich und schön nach.