Eine sogenannte Chemotherapie ist bei vielen Krebsbehandlungen notwendig. Es handelt sich hierbei um eine medikamentöse Therapie mit Zytostatika, die aus therapeutischen oder präventiven Gründen verordnet oder empfohlen wird. Häufig kommt es jedoch leider zum Haarausfall durch die Chemotherapie.

In der Regel wird diese Form der Therapie eingesetzt, wenn andere Methoden wie die Operation, die Bestrahlung der eine Immuntherapie nicht die gewünschten Erfolge bringen. Die Chemotherapie hat das Ziel, die Krebszellen im Körper abzutöten. Warum eine der möglichen Nebenwirkungen Haarausfall sein kann, erklären wir Dir in diesem Beitrag!

Was sind die Ursachen für Haarausfall bei der Chemotherapie?

Die Chemotherapie wird mit sehr aggressiven Medikamenten durchgeführt. Ziel ist es, die Krebszellen, die sich abhängig von der Erkrankung überall im Körper befinden können, abzutöten. Der Patient soll krebsfrei werden und auf diese Weise geheilt werden. Obwohl die medizinische Forschung in den letzten Jahren in Bezug auf die Krebstherapie sehr viele Fortschritte gemacht hat, stellt die Chemotherapie für Patienten immer noch eine sehr große Belastung dar.

Die Nebenwirkungen führen zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Nicht nur der Haarausfall durch die Chemotherapie ist belastend. Auch allgemeine Schwäche, Haut- und Nagelprobleme oder angegriffene Schleimhäute machen Probleme. Der Haarausfall stellt für viele der Patienten ein sehr großes Problem dar. Dies betrifft nicht nur Frauen, sondern auch sehr viele Männer. Die Erkrankung wird durch den Verlust der Haare deutlich sichtbar.

Aggressive Inhaltsstoffe greifen gesunde Zellen an

Die Ursache für den Verlust der Haare liegt in der Zerstörung der Haarwurzeln. Die Inhaltsstoffe der Medikamente töten nicht nur die Krebszellen ab, sondern sie greifen auch gesunde Zellen an. Betroffen sind vor allem empfindliche Zellen wie die Haarwurzeln und die Schleimhäute. Menschen mit empfindlicher Haut können auch in diesem Bereich Probleme bekommen. Die gute Nachricht ist, dass sich die Zellen nach dem Ende der Therapie recht schnell wieder erholen. Bei den meisten Menschen wachsen die Haare schon kurz nach dem Ende der Therapie wieder nach. Mitunter bleibt jedoch eine Veränderung, sodass sich die Haarwurzeln nicht vollständig erholen. In diesem Fall kann eine Haartransplantation helfen.

Nicht alle Patienten verlieren ihre Haare

Von dem Haarausfall durch die Chemotherapie sind nicht alle Patienten betroffen. Hier kommt es auf die Intensität der Medikamente an, die nicht bei allen Therapien identisch ist. Eine Krebstherapie wird grundsätzlich auf die Schwere der Erkrankung, auf das betroffene Organ und auf das Erkrankungsstadium angepasst.

Wenn der Krebs noch nicht so weit fortgeschritten ist und wenn er noch keine Metastasen gebildet hat, kann eine leichte Form der Chemotherapie ausreichen. In diesem Fall ist es sogar möglich, dass die Haarwurzeln erhalten werden. Schwere Krebserkrankungen bedürfen häufig einer sehr starken Medikation.

Andernfalls würde die gewünschte Wirkung ausbleiben und der Krebs könnte sich weiter ausbreiten. Ärzte bekommen von ihren Patienten häufig die Frage gestellt, ob es zu einem Haarausfall kommen wird. Aufgrund der Individualität der Krebsbehandlung lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten.

Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall häufiger betroffen

Der Haarausfall während der Chemotherapie und dessen Intensität ist nicht nur von der Stärke der verabreichten Medikamente abhängig. Es kommen noch weitere Faktoren hinzu. So gibt es Patienten, die bereits vor ihrer Krebserkrankung an Haarausfall gelitten haben. Auch Menschen mit sehr dünnem Haar, das leicht bricht, bemerken eher, dass die Haare während der Chemotherapie ausfallen, als Patienten, die von Natur aus sehr dickes und kräftiges Haar haben.

Grundsätzlich gilt, dass der Haarausfall bei dickeren Haaren nicht so deutlich sichtbar wird wie bei dünnem Haar. Die Haare werden bei diesen Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dünner werden, doch mitunter kann die Frisur erhalten werden. Wer jedoch vor der Erkrankung bereits unter anlagebedingtem Haarausfall leidet oder nur sehr dünnes Haar hat, wird empfindliche Haarwurzeln haben. Diese werden durch die Chemotherapie eher geschädigt, und so setzt der Haarausfall früher ein.

Haartransplantation nach der Chemotherapie

Wenn die Chemotherapie beendet ist, kann es einige Wochen dauern, bis der Körper die Medikamente abgebaut hat. Danach wachsen die Haare bei den meisten Menschen wieder nach. Leider ist dies jedoch nicht bei allen Patienten der Fall.

Ein Jahr nach der Chemotherapie leiden viele Patienten immer noch unter Haarausfall oder kahlen Stellen leider. Bei einigen Patienten bleiben die Haare so dünn, dass die Kopfhaut durchscheint. Oftmals ist es gar nicht möglich, die Haare zu frisieren.

Wenn sich der Haarausfall nach der Krebsbehandlung nicht von allein besser wird, kann eine Haartransplantation helfen. Dies ist möglich, wenn die Haare nach einer Chemotherapie nicht wiederkommen. Oftmals wirkt die Chemotherapie wie ein Katalysator, wenn der Patient vorher schon unter Alopezie gelitten hat.

 Dies ist die medizinische Bezeichnung für erblich bedingten Haarausfall. Dies bedeutet, dass der Haarausfall, der vor der Krebserkrankung bereits zum Problem geworden war, nach der Beendigung der Chemotherapie noch stärker ist.

Übernahme der Kosten für eine Haartransplantation nach der Chemotherapie

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Haartransplantation nur in Ausnahmefällen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Transplantation aus rein kosmetischen Gründen erfolgt. Liegen hingegen medizinische Gründe vor, kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung handelt es sich bei der Kostenübernahme grundsätzlich um eine Einzelfallentscheidung. Es wird geprüft, ob der Haarausfall für den Patienten eine medizinische Belastung darstellt.

Wenn dies, gegebenenfalls mit Unterstützung eines Facharztes und eines Psychologen, nachgewiesen werden kann, ist es möglich, eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu beantragen und diese auch genehmigt zu bekommen.

Haartransplantation als gute Option für den Ausgleich des Haarverlustes während der Chemotherapie

Der Verlust der Haare während der Chemotherapie ist für viele Frauen, aber auch für Männer ein großes Problem. Die Haare sind ein Teil der Identität, und die Frisur ist für jedermann sichtbar. Wenn der Patient plötzlich Glatze trägt, wird die Erkrankung allgegenwärtig. In der Folge bekommt der Patient nicht selten psychische Probleme.

Eine Haartransplantation bei Haarausfall kann diesen Problemen vorbeugen. Sollte der Haarausfall durch die Chemotherapie auch nach dem Ende der Behandlung bleiben oder die Haare nur licht nachwachsen, kann eine Haartransplantation helfen. Schöne Haare nach einer Chemotherapie sind ein wichtiger Faktor, um auch psychisch zu genesen.

Wenn nachgewiesen wird, dass die Haare nicht mehr nachwachsen und dass die Psyche anhaltend belastet wird, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Haartransplantation. Dafür ist ein Antrag zu stellen, denn es handelt sich um eine Einzelfallentscheidung, die jedoch häufig im Sinne des Betroffenen gefällt wird.