Du könntest dich den ganzen Tag wegen juckender Kopfhaut kratzen, was allmählich einfach unerträgliche Ausmaße annimmt? Was für Außenstehende schwer nachzuvollziehen ist, ist für Betroffene Alltag.

Wenn Du manchmal gar nicht vor die Tür gehen willst, weil es dir so unangenehm ist, dann musst Du etwas ändern. Gegen dieses Problem ist ein Kraut gewachsen. Wir zeigen Dir in diesem Beitrag, was Du gegen dieses Problem tun kannst. 

Juckende Kopfhaut und ihre Ursachen

Juckende Kopfhaut bei Frauen

Zum Erscheinungsbild gehören sowohl starke unangenehme Empfindungen (Jucken, Brennen, Kribbeln) wie auch Hautirritationen, welche entweder gleichzeitig oder anschließend auftreten (gerötete, entzündete Haut). Die Ursachen dafür sind vielfältig.

  1. Krankheiten
    Häufig ist die juckende Kopfhaut ein Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung. Auch der Befall von Kopfläusen führt zu starkem Kopfjucken.
  2. Neurodermitis
    Bei einer Neurodermitis oder einem atopischen Ekzem kommt es immer wieder zu schuppigen, entzündeten Bereichen der Haut. Damit einhergehend ist eine trockene und empfindliche Haut. Betroffen sind vor allem die Hände, Arm- und Kniebeuge, Gesicht und Kopfhaut.
  3. Psoriasis (Schuppenflechte)
    Sie ist überwiegend erblich bedingt. Durch eine Autoimmunreaktion entstehen übermäßig viele Hautzellen, die eine Verhornung an der Epidermis verursachen. Die betroffenen Stellen sind kreisförmig, weißlich und schuppen sich stark. Bei der häufigsten Form der Schuppenflechte, Psoriasis vulgaris, erneuert sich die Haut alle vier Tage. Beim gesunden Menschen ist das nur alle 28 Tage der Fall. Sie betrifft besonders Arme, Beine und die Kopfhaut.
  4. Hautpilz
    Dermatomykosen sind Pilzerkrankungen, welche auf die menschliche Haut begrenzt sind. Dazu zählen der Fuß-, Nagel-, und Kopfhaarpilz. Die Kopfhaut bevorzugt der Hautpilz, weil Kreatin seine Nahrungsgrundlage bildet – ein Hauptbestandteil der Haare. Die Symptome sind typisch für juckende Kopfhaut, ein starker Juckreiz, trockene, schuppige Haut und entzündliche Veränderungen. Dermatomykosen sind sehr ansteckend und können ohne Behandlung schwere Hautschädigungen hinterlassen. Deswegen solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen, der Dir eine geeignete Behandlung vorschlagen wird.
  5. Allergien
    So toll sich die Beschreibungen moderner Pflegeprodukte lesen – dahinter stecken in der Regel eine Reihe von Inhaltsstoffen, auf die besonders sensible Haut überempfindlich reagiert. Wenn Du sowieso schon unter trockener Kopfhaut leidest, wird das durch häufiges Haarewaschen noch verstärkt. Schuppen können ein Hinweis darauf sein. Dann ist kein Anti-Schuppen-Shampoo angezeigt, sondern ein feuchtigkeitsspendendes. Wenn Du bemerkst, dass sich das Kopfjucken nach dem Benutzen eines bestimmten Haarproduktes verstärkt, solltest du auf ein anderes umsteigen. Achte dabei auf die Inhaltsstoffe. Besonders Parabene und Silikone lösen allergische Reaktionen aus.Eine Überreaktion kann aber auch von UV-Strahlen hervorgerufen werden. Wenn Deine Haut generell empfindlich auf Sonneneinstrahlung reagiert, liegt diese Vermutung nahe. Es ist generell empfehlenswert, beim Sonnenbaden eine Kopfbedeckung zu tragen. In diesem Fall solltest du keinesfalls darauf verzichten.
  6. Haarausfall
    Genau genommen ist Haarausfall keine Ursache für juckende Kopfhaut, sondern geht oft damit einher. Im Zusammenhang mit einer Dermatophytose (Infektion mit einem bestimmten Hautpilz), dem Befall von Kopfläusen oder bei Krankheiten wie Diabetes mellitus kann es neben dem Kopfjucken auch zu vermehrtem Haarausfall kommen. Dann hört der Leidensdruck mit dem Behandeln der Ursache nicht auf, denn wenn die Haut Schaden genommen hat, wächst das Haar nicht mehr nach. Eine Ursache für Juckreiz verbunden mit Haarausfall ist Trichodynie. Das Kribbeln und Brennen wird von einer Empfindungsstörung ausgelöst, die durch Stress und damit verbundene Verspannung der Kopfhaut entsteht. Rund 10 Prozent aller Männer mit Haarausfall leiden an Trichodynie, dem sogenannten Haarschmerz. Durch den Haarausfall kommt es zu weiteren Problemen. Kahle Stellen am gesamten Kopf verändern das gesamte Erscheinungsbild. Viele Betroffene verlieren ihr Selbstbewusstsein und entwickeln dadurch psychische Probleme bis hin zu Depressionen.

Wichtig für die richtige Behandlung: die Diagnose

Wenn Du plötzlich unter Kopfjucken leidest und die Symptome länger als eine Woche andauern, solltest Du einen Dermatologen aufsuchen. Dieser wird zunächst die Ursache abklären, um die geeignete Behandlung zu finden.

Kopfläuse lassen sich einfach feststellen: Kämme die Haare mit einem durch. Bleiben kleine schwarze Punkte daran hängen, liegt ein Befall vor.

Um herauszufinden, ob Du unter Allergien leidest oder eine falsche Waschroutine hast, befragt Dich der Arzt zu deinen Gewohnheiten. Ein Wechsel von Shampoo, Haarspray und Co. kann dann schon die Lösung des Problems sein.

Trichodynie hinterlässt keinerlei äußere Spuren wie gerötete Haut oder Schuppen. Die Diagnose wird anhand der Symptome wie Spannungskopfschmerz, Empfindungsstörungen und Haarausfall gestellt. Da Stress und Verspannung als Auslöser vermutet wird, wird der Arzt Dich auch eine allgemeine Anamnese erheben.

Ob eine Dermatomykose vorliegt oder Schuppenflechte, kann der Arzt normalerweise gut anhand des Erscheinungsbildes erkennen. Im Zweifelsfall nimmt er einen Abstrich, um sicherzugehen, dass es sich um einen Hautpilz handelt.

  1. Juckende Kopfhaut: Die Behandlung
    Im Allgemeinen gilt: Widerstehe dem Bedürfnis, Dich zu kratzen, denn das verschlimmert die Problematik. Da das Kopfjucken immer mit trockener Kopfhaut verbunden ist, solltest Du alles vermeiden, was diese belastet. Verwende nur parfümfreie, milde Shampoos und behandle die Kopfhaut mit pflegenden Tinkturen. Olivenöl, Nachtkerzenöl oder spezielle Emulsionen sind gut geeignet, die Haut wieder geschmeidig zu machen und den Juckreiz zu lindern.
  2. Therapie der Grunderkrankung
    Ein Befall mit Kopfläusen lässt sich gut mit chemischen oder physikalischen Mitteln behandeln. In beiden Fällen sterben die Läuse ab. Die Nissen (Eier) müssen mit einem Nissenkamm ausgekämmt werden. Wichtig ist auch eine Entwesung, also die Bekämpfung des Ungeziefers im Lebensumfeld. Dermatomykose oder andere, durch einen Hautpilz verursachte Ekzeme kommen Antimykotika zum Einsatz wie zum Beispiel Bifonazol oder Miconazol. Für die Anwendung auf dem Kopf versprechen flüssige Mittel eine intensivere Wirkung, da sie die Haare besser durchdringen können. Begleitend können Immunmodulatoren verschrieben werden, welche eine entzündungshemmende Wirkung besitzen. Gegen das Kribbeln und die Empfindungsstörungen der Trichodynie helfen muskelentspannende Mittel, die in die Kopfhaut injiziert werden. Auch Schuppenflechte wird mit Stress und Anspannung in Zusammenhang gebracht. In beiden Fällen kann autogenes Training, Entspannungsübungen und Massagen helfen, die Symptome zu lindern.
  3. Therapie von Haarausfall
    Mindestens genauso belastend wie die juckende Kopfhaut selbst ist der Haarausfall, der oft damit verbunden ist. Um das Haarwachstum zu aktivieren, gibt es verschiedene Mittel, die meist darauf abzielen, die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern. Die Wirksamkeit ist allerdings umstritten. Eine Haartransplantation dagegen ist sehr vielversprechend. Von einer Stelle am Kopf, an der genügend kräftige Haare vorhanden sind, werden kleine Transplantate entnommen und an die kahlen Stellen verpflanzt. In der Regel handelt es sich um einen einmaligen Eingriff, der schon nach wenigen Monaten zuverlässig für volles, natürlich aussehendes Haar sorgt.Für die Betroffenen bedeutet das eine enorme Steigerung der Lebensqualität. Sie fühlen sich wieder selbstbewusst und sind voller Elan, wo sie vorher kaum noch das Haus verlassen wollten. Eine Haartransplantation bietet also einen enormen Mehrwert im Gegenzug für eine einmalige Investition.

Juckende Kopfhaut - Haartransplantation bei Haarausfall im Tonsur, Graftsentnahme aus Spenderbereich

Fazit

Juckende Kopfhaut kann viele Ursachen haben. Manchmal verschwinden die Symptome von allein wieder. Hält es aber mehr als eine Woche an, solltest Du einen Hautarzt konsultieren. Auch wenn das Jucken zunächst nur lästig erscheint, kann es doch schwerwiegende Folgen haben. Eine davon ist Haarausfall, der, wenn die Haut geschädigt wurde, irreversibel ist. Dann genügt es nicht mehr, nur das Kopfjucken zu behandeln.

Die kahlen Stellen bleiben und beeinträchtigen die Betroffenen in hohem Maße. Psychische Probleme bis zur Depression können die Folge sein. Die erfolgversprechendste Therapie des Haarausfalls ist eine Eigenhaarverpflanzung. Sie verspricht eine dauerhafte Lösung des Problems und verhilft dem Patienten wieder zu Lebensfreude.