Haare gelten gemeinhin als Kopfschmuck und werden entsprechend gepflegt und zurechtgemacht. Umso schwerer fällt es Menschen meist, wenn sie unter Haarverlust leiden. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Wie sieht es außerdem bei Haarausfall mit Therapiemöglichkeiten aus?

In den meisten Fällen kann mittels entsprechender Therapien entgegengewirkt werden. Doch welche Ursachen genau können zu Haarausfall führen und welche jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten bieten sich für Patienten? In diesem Beitrag geben wir Dir die Antworten darauf!

Welche Ursachen können eine Haarausfall Therapie notwendig machen?

Heutzutage gibt es gegen Haarausfall viele Therapien. In der Fachwelt werden die Ursachen für den Verlust der Haare zunächst in vier Kategorien unterteilt. Solltest auch Du unter Haarausfall leiden, so ist eine androgenetische Alopezie die Wahrscheinlichste Ursache dafür. Die androgenetische Alopezie wird auch als erblich bedingter Haarausfall bezeichnet. Dieser ist in etwa 60 Prozent aller Fälle die Ursache und betrifft in erster Linie Männer.

Haarausfall Therapie bei erblich bedingtem Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

Der erblich bedingte Haarausfall ist auf eine besonders hohe Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Hormonen wie Testosteron zurückzuführen. Dies äußert sich in der Regel, in dem die Wachstumsphasen der Haare bei Männern immer kürzer werden. Parallel dazu schrumpfen die Haarfollikel. Gegen Ende dieses Prozesses produzieren die Follikel lediglich noch kaum sichtbare Wollhaare, meist auch Vellushaare genannt. Diese bleiben dann entweder bestehen oder fallen ebenfalls aus, ohne dass anschließend neue Haare gebildet werden.

Bei Frauen hingegen tritt der erbliche bedingte Haarausfall nur selten auf. Wenn doch, ist dies meist auf eine verminderte Aktivität des Enzyms Aromatase zurückzuführen. Seltener kann auch eine gestörte Östrogen-Produktion die Ursache sein. Meist ist dies der Fall, wenn die Testosteronproduktion aufgrund unterschiedlicher Ursachen deutlich erhöht ist.

Da der erblich bedingte Haarausfall keine Erkrankungen als Ursache hat, ist eine Haarausfall Therapie in fast allen Fällen möglich. Bevor Du dich jedoch dafür entscheidest, solltest Du dies mit deinem Dermatologen abklären.

Alopecia areata – wenn ganze Stellen kahl werden

Haarausfall Therapie bei Alopecia areata - ganze Stellen kahl

Eine weitere Form ist der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Die Ursachen für diese Art des Haarausfalls konnte durch die Wissenschaft bis heute nicht aufgeklärt werden. Nachgewiesen werden konnte jedoch, dass Entzündungen im Bereich der Haarwurzel dafür sorgen, dass das Haarwachstum beeinträchtigt wird und im schlimmsten Fall sogar gänzlich ausbleibt. In der Folge bilden sich kreisrunde kahle Stellen auf dem Kopf, da die Entzündungen meist nur einen kleinen Bereich betreffen. Auffällig ist, dass in 80 Prozent aller Fälle meist ein Rückfall über einen längeren Zeitraum zu erkennen ist.

Der Verlauf des kreisrunden Haarausfalls kann unterschiedlich sein. In etwa einem Drittel aller Fälle wächst das Haar binnen sechs Monaten wieder nach. Ein weiteres Drittel der Fälle zeigt eine deutliche längere Reaktion. Hier kann es bis zu zwölf Monate dauern, bis sich das Haarwachstum wiedereinstellt. In den übrigen Fällen schreitet der Haarausfall jedoch fort und kann bis sich bis zu einer vollständigen Kahlheit entwickelt.

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall wiesen viele Haarfollikel gleichzeitig eine starke Rückbildungsphase auf. Als Resultat daraus kommt es zu deutlichen kahlen Stellen, die über das gesamte Kopfhaar verteilt sein können. Meist zeugt die diffuse Alopezie, wie der diffuse Haarausfall auch genannt wird, von Störungen des Organismus. Diese können unterschiedlichster Ursache sein. So kann die diffuse Alopezie die Folge einer schweren Erkrankung, von hohem Fieber, Eisenmangel oder radikalen Diäten sein, in deren Folge dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen. Da der diffuse Haarausfall ein deutliches Anzeichen für eine Erkrankung oder Stressreaktion ist, solltest Du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, solltest Du davon betroffen sein. Dieser wird der Ursache auf den Grund gehen und mit Dir eine mögliche Haarausfall Therapie besprechen.

Artifizielle Alopezie

Die letzte Form des Haarausfalls ist die artifizielle Alopezie. Hierbei reißen sich die Patienten die Haare unter Zwang selbst aus. In der Regel betrifft diese Erkrankung vor allem Jungen im Kindesalter sowie Mädchen während der Pubertät. In Folge der ausgerissenen Haare zeigt sich meist eine stark rückläufige Haardichte. Die artifizielle Alopezie ist meist auf psychologische Ursachen zurückzuführen und sollte daher ebenfalls vom einem Arzt untersucht werden.

Behandlungen und Therapie bei Haarausfall

Diese Behandlungen können helfen

Wer unter Haarausfall leidet, der kann unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, um dagegen vorzugehen. Entscheidend ist jedoch, welche Form des Haarausfalls zugrunde liegt. Erst wenn die Ursache geklärt ist, kann eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall lässt sich in vielen Fällen auch auf Basis von Medikamenten behandeln. Bei erblich bedingtem Haarausfall kommen dabei in der Regel Finasterid, Minoxidil oder Antiandrogene zum Einsatz. Beim kreisrunden Haarausfall wird hingegen meist Dithranol verschrieben. Der Nachteil einer medikamentösen Behandlung sind mögliche Nebenwirkungen. Dessen solltest Du dir immer bewusst sein. Auch können Immuntherapien Abhilfe schaffen, bei denen der Hormonhaushalt künstlich reguliert wird.

Haartransplantation

In vielen Fällen hat sich die Transplantation von Haaren als effektivste Haarausfall Therapie durchgesetzt. Insbesondere bei Geheimratsecken sowie Hinterkopfglatzen, die erblich bedingt sind, ist die Eigenhaartransplantation sehr beliebt. Dabei werden dem Patienten Gewebsstücke inklusive der Haarfollikel aus dem in der Regel noch stark behaarten Hinterkopf entnommen und an den kahlen Stellen des Kopfes wieder eingepflanzt. Die Vorteile der Haartransplantation sind vielfältig. Da die Haare inklusive der Wurzeln transplantiert werden, ist das Ergebnis einer Haartransplantation in der Regel von Dauer. Eine weitere Behandlung ist meist nicht nötig, wodurch Du auf lange Sicht viel Geld sparen kannst.

Haarausfall Therapie Haartransplantation

Fazit

Die Ursachen für Haarausfall sind ebenso vielfältig, wie mögliche Behandlungen, um dagegen vorzugehen. In der Regel ist die Ursache für einen Haarausfall genetisch bedingt und hat keinen ernsten Hintergrund. Doch gerade beim selbst verursachten sowie diffusen Haarausfall sind nicht selten medizinische Gründe der Auslöser. Daher ist es wichtig, dass Patienten mit entsprechenden Symptomen zunächst einen Arzt konsultieren, bevor sie sich für eine Behandlung entscheiden, um den Ursachen auf den Grund zu gehen und mögliche Krankheitsbilder zu erkennen.

Um dem Haarausfall entgegen zu wirken, gibt es heutzutage unterschiedliche Methode, die allesamt Abhilfe schaffen können. Vor allem die Haartransplantation hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellt in der Regel die beste und langfristigste Behandlung dar. Entscheidend ist jedoch, dass Du die Ursachen bei einem möglichen Haarausfall zunächst vom Dermatologen abklären lässt. Denn nur wenn die Ursache geklärt ist, kann bei Haarausfall die Therapiemethode richtig gewählt werden.