Oftmals wirkt eine Haartransplantation, aber Haare fallen wieder aus. Das führt zu vielen Beschwerden. Häufig denken Betroffene dann, die Haarverpflanzung sei nicht erfolgreich. Dafür gibt es jedoch eine ganz einfache Erklärung: der Haarausfall nach Eigenhaarverpflanzung ist nämlich nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In diesem Artikel erläutern wir Dir, warum du beruhigt bleiben kannst.

Warum ist also zu beobachten, dass nach einer Haartransplantation die Haare wieder ausfallen?

Um zu klären, warum die Haare nach einer Haartransplantation wieder ausfallen, müssen wir generell näher auf den Haarausfall und die Haartransplantation eingehen. Erst dann wird verständlich, weshalb in Folge einer Eigenhaarverpflanzung ein weiterer Rückgang der Haardichte auftreten kann.

Arten von Haarausfallen

Arten von Haarausfall:

Haarausfall nennt man den dauerhaften Verlust von mehr als hundert Haaren täglich. Dabei gibt es verschiedene Arten, welche sich sowohl im Erscheinungsbild, als auch in den Ursachen unterscheiden.

Die häufigsten Formen des Haarausfalls äußern sich:

– kreisrund – Alopecia areata
– diffus – diffuse Alopezie
– erblich bedingt – androgenetische Alopezie

Die ersten beiden Formen lassen sich meist behandeln, sofern man die konkrete Ursache kennt. Grund kann eine Krankheit, aber auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse sein. Ernährung spielt ebenso eine Rolle wie auch Stress. All dem lässt sich oft mittels gezielter Therapie entgegenwirken.

Anders ist das bei der erblich bedingten Form. Sie betrifft vor allem Männer, da hier das männliche Hormon Testosteron eine Rolle spielt. Das Zwischenprodukt DHT (Dihydrotestosteron) schädigt die Haarwurzeln unwiderruflich. Deshalb greifen immer mehr Männer zu einer Eigenhaarverpflanzung, da hier keine Ernährungsumstellung oder das Senken von Stress im Alltag hilfreich ist.

Schematischer Ablauf einer Haartransplantation:

Ablauf einer Haartransplantation

+ Entnahme der Follikel: einzeln oder mit einem schmalen Hautstreifen
+ Lagerung der Follikel in Nährstofflösung
+ Begutachtung der Follikel
+ Vorbereitung des Empfängerareals: Öffnen der minimalen Kanäle zum Einsetzen
+ Versetzen der einzelnen Follikel

Wer sich aufgrund genetischer Veranlagung dazu entschließt, seine Haare mit einer Haarverpflanzung aufzufüllen, möchte natürlich das bestmögliche Ergebnis. Moderne Methoden, hoch spezialisierte Kliniken und die Technik machen es möglich: Innerhalb eines Jahres lässt sich bei androgenetischer Alopezie wieder kräftiger Haarwuchs erzeugen.

Eigenes Haar wird von einem Spenderbereich beispielsweise durch die FUT oder FUE Methode entnommen. Spenderbereich kann der Haarkranz sein, aber auch anderes Körperhaar, welches gegen DHT unempfindlich ist. Anschließend versetzt der Haarchirurg die Follikel in den Empfängerbereich: Das ist der Bereich, der sich lichtet und aufgefüllt werden soll.

Follikel oder auch Grafts sind Haarwurzeln mit bis zu vier Einzelhaaren. Bei jedem einzelnen dieser Grafts muss der Spezialist entscheiden, wie, wo und wie tief er sie einsetzt. Schließlich soll ein möglichst natürliches Ergebnis erzielt werden. Auch die Wuchsrichtung spielt dabei eine Rolle.

Verläuft der Eingriff ordnungsgemäß, erwarten viele Patienten einen sofortigen Erfolg und eine volle Haarpracht. Jedoch ist häufig beobachtbar, dass nach der Haartransplantation die Haare wieder ausfallen. Was ist geschehen?

Warum verlieren Betroffene nach der Eigenhaarbehandlung weiterhin Haare?

Der Zeitpunkt ist nicht bei jedem Menschen derselbe. Manchmal dauert es Tage, manchmal Wochen. Doch immer ereignet sich etwas in der Heilungsphase, das Betroffene beunruhigt. Es kommt zu vermehrtem Haarausfall.

Nun sieht es so aus, als wäre das Ergebnis eben nicht perfekt: Die Haare werden abgestoßen, die Haarpracht lichtet sich wieder. Wenn man aber einen Blick auf den Haarzyklus wirft, lassen sich diese Sorgen leicht ausräumen.

Der vermeintlich wiederkehrende Haarausfall ist ganz normal. Ein Haarzyklus gliedert sich in drei Phasen: Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase. In den ersten zwei Phasen wächst und stagniert das Wachstum schließlich. In der Ruhephase stellt sich die Stoffwechselaktivität schließlich ein und das Haar fällt aus. Uns fällt das normalerweise nicht auf, da sich die Phasen bei den einzelnen Follikeln überlappen.

Nicht alle Haare fallen also gemeinsam aus, wie etwa bei gewissen Tierarten in der Mauserphase. Vielmehr sind einige Haare aktuell in der Ruhephase oder wachsen nach, während andere ausfallen.

Haartransplantation: Wann fallen die Haare wieder aus?

Nach einer Eigenhaarverpflanzung geschieht Folgendes: Die alten Einzelhaare fallen verstärkt aus den Follikeln aus. Doch nur, um neuen Haaren Platz zu machen. Es ist eine Art Umstellung, die zum Heilungsprozess gehört. Das Ergebnis wirkt wie erneuter Haarausfall, ist aber ganz normal.

Es handelt sich hier also nicht um die zuvor genannten Arten des Haarausfalls, sondern um einen zu Beginn notwendigen Prozess zur Heilung. Darüber hinaus werden die Haare bald ihren normalen Rhythmus beim Wachstum wieder aufnehmen und von Haarausfall wird keine Spur mehr zu sehen sein.

Vorteile einer Haartransplantation gegenüber Medikamenten

Vorteile einer Haartransplantation

Natürlich gibt es auch andere Mittel und Wege, wie Du den Haarwuchs anregen kannst. Einige davon helfen sogar wirklich, etwa erprobte Medikamente wie Finasterid. Doch Haarwuchsmittel sind an einige nicht zu vernachlässigenden Faktoren gekoppelt.

Du musst die Produkte konstant anwenden, um echte Erfolge zu erzielen. Setzt Du sie ab, verliert sich ihre Wirkkraft sofort. Zudem ist die Einnahme nicht unbedingt günstig, besonders dann, wenn Du schon in jungen Jahren an Haarausfall leidest. Dann kann es durchaus sein, dass Du mehrere Jahrzehnte lang Haarwuchsmittel verwenden musst.

Im Gegensatz dazu ist eine Haarverpflanzung wesentlich günstiger. Zwar hast Du hier bereits zu Beginn einen gewissen Kostenaufwand, aber auf lange Sicht ist die Haarverpflanzung wesentlich günstiger als die Verwendung teurer Medikamente.

Eine Haartransplantation für ein ästhetisch sehr gutes Ergebnis

Über die Kostenfrage hinaus kann eine Haartransplantation auch wesentlich gezielter helfen. Wie schon eingangs erklärt, begutachtet der Spezialist die Follikel. Er ahmt dann mit der entsprechenden Auswahl der Follikel natürlichen Haarwuchs nach. Das geht vor allem mit Wuchsrichtung und Struktur. Im Ergebnis wirst Du keinen Unterschied zu natürlich gewachsenem Haar erkennen können.

Medikamente können dagegen den Prozess des Haarausfalls zwar hinauszögern. Sie sind aber keine Allheilmittel, weshalb sie nie für ein ähnlich zufriedenstellendes Ergebnis sorgen können. Vor allem steigt mit zunehmendem Alter deshalb häufig die Unzufriedenheit der Käufer. Viele von ihnen entscheiden sich dann doch für eine Haarverpflanzung.

Nach der Haartransplantation fallen die Haare wieder aus: das Fazit

Kommt es nach einer Haartransplantation zu Haarverlust, so werden viele Betroffene unruhig. Verständlicherweise, denn sie fürchten um das Ergebnis der Eigenhaarverpflanzung. Diese war schließlich nicht ganz billig und sollte sich rentieren. Niemand möchte dann noch mehr Geld in eine teure Nachbehandlung investieren.

Jedoch ist der vorzeitige Haarausfall in der Abheilungsphase normal und sollte keinem Patienten Sorgen bereiten. Hinter dem vermeintlichen Haarausfall steckt ein ganz normaler Prozess, der zur Verpflanzung gehört. Dieser gehört zu den Wachstumsphasen der Haare. Mit dem Abstoßen der alten Haare aus den Follikeln legt sich dies in der Regel wieder von allein.

Sind die alten Haare erst einmal draußen, ist in den Haarwurzeln Platz für neue Haare. Aus diesem Grund werden bei einer Eigenhaarbehandlung nämlich die Follikel versetzt: Stammen sie aus dem Haarkranz, lassen sie ein Leben lang neue Haare sprießen. Dass nach der Haartransplantation wieder Haare ausfallen, ist normal und sollte dich nicht beunruhigen.