Haaranomalien

Geschrieben von | 24. Juli 2020 |Behandlung Haarausfall | 0

Haaranomalien

Volle und glänzende Haare gelten in unserer Gesellschaft als Sinnbild für Attraktivität, Gesundheit und Jugendlichkeit. Jeder möchte gerne schöne und gesunde Haare haben. Leider ist dies nicht immer möglich. Viele Betroffene leiden nämlich unter sogenannten Haaranomalien, die in Form von brüchigen, strohigen und spröden Kopfhaaren auftreten können. Das Problem kann sowohl auf äußere Einflüsse als auch auf die Gene zurückgeführt werden.

Was sind Haaranomalien?

Bei Haaranomalien handelt es sich um wachstumsbedingte Veränderungen des Haarschafts. Oft entsteht das Problem durch Infektionskrankheiten, einem unausgeglichenen Hormonhaushalt oder Hautkrankheiten. Auch können die auftretenden Symptome genetisch bedingt sein.

Grundsätzlich können sowohl Männer als auch Frauen jeden Alters hiervon betroffen sein. Obwohl die Anomalien nicht schmerzhaft sind, können diese eine große Herausforderung darstellen. Da schöne und gesunde Haare als Zeichen für Vitalität, Frische und Attraktivität betrachtet werden, können brüchige, strohige und spröde Haare die Stimmung sehr dämpfen und Dich im schlimmsten Fall in eine Depression führen.

Welche Arten gibt es?

Da die Veränderungen der Haare immer vom Haarschaft und nicht von aus der Kopfhaut wachsenden Haarteilen erzeugt werden, wird von einer Haarschaftanomalie gesprochen.

Das Problem kann sehr unterschiedlich auftreten. In vielen Fällen sind die Symptome nur sehr leicht und kaum sichtbar. Hierbei reicht es oftmals aus, die Haarpflege einfach umzustellen.

Besonders häufig treten Farb- und Strukturveränderungen auf. Bei diesen beiden Arten werden die Haare grau und haben nicht mehr die gleiche Sprungkraft wie früher. In der Regel ist dieses Phänomen auf einen Mangel an Melanin zurückzuführen, welches sowohl für die Haarfarbe als auch für die glatte Oberfläche von Haaren verantwortlich ist.

Graue Haare fühlen sich meist matt und strohig an. Wenn an den Haarschäften kleine Knoten auftreten, sollte unbedingt ein Dermatologe aufgesucht werden. Mithilfe eines Trichogramma kann der Dermatologe diagnostizieren, welche Art der Haarschaftanomalie vorliegt.

Die vier häufigsten Anomalien sind:

  1. Aplasia pilorum intermittens
  2. Trichonodose
  3. Pili planati
  4. Trichorrhexis nodosa

Bei allen vier Arten spricht man von sogenannten Farbanomalien.

Aplasia pilorum intermittens

Hinterkopf eines Mannes mit aplasia pilorum

„Aplasia pilorum intermittens“ ist auch unter der Bezeichnung “Spindelhaar” bekannt. Die Erkrankung tritt besonders in jungen Jahren auf und wird im Erbgang weitergegeben. Wer von dieser Anomalie betroffen ist, leidet meist unter einer Anschwellung und Einschnürung des Haares entlang des Schafts.

Zu den Einschnürungen kommt es in Abständen von etwa einem halben bis einen Millimeter. In der Folge brechen Haare ab und kahle Stellen werden an der Kopfhaut sichtbar. Der Kopf ist dann mit follikulären Hornkegeln besetzt.

Trichonodose

Eine Trichonodose, auch bekannt unter dem Namen “Schlingenhaar”, äußert sich durch einzelne oder doppelte Verschlingungen der Kopfhaare.

Zu den Verschlingungen kommt es meist durch ein aggressives Zerren an den Haaren oder ein extremes Kratzen der Kopfhaut. Auch ein längerer Aufenthalt in einem starken Sturm kann das Verschlingen verursachen. In den meisten Fällen geht die Trichonodose mit dem Abbrechen der Kopfhaare einher.

Pili planati

Bei einer Pili planati sind die Haare an einer Seite deutlich abgeplattet. Diese Form der Anomalie ist erkennbar daran, dass bestimmte Stellen der Haare heller oder dunkler wirken.

Trichorrhexis nodosa

Eine Frau untersucht den Spliss ihrer Haare mit einer Lupe

Hierbei spaltet sich das Haar und es tritt vermehrt Spliss auf. Bei dieser Form können neben dem Kopfhaar auch die Augenbrauen, Wimpern sowie die Bart- und Körperhaare betroffen sein.

Ein Auftreten der Erkrankung kann unterschiedliche Gründe haben. Frauen sind häufiger als Männer betroffen, da diese ihr Haar durch Färbungen oder Tönungen nicht selten übermäßig belasten. Auch ein besonders heißes Föhnen, das regelmäßige Verwenden von einem heißen Glätteisen oder Lockenstab, die Nutzung von aggressiven Pflege- und Stylingprodukten kann zu Spliss führen.

Spliss kann zudem auch durch lange Sonnenbäder und Besuche im Solarium verursacht werden. Weitere Gründe für eine Trichorrhexis nodosa können eine unausgewogene Ernährung, ein hormonelles Ungleichgewicht, Stress und angeborene Störungen sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Aufgrund der verschiedenen Arten der Haarschaftanomalie, gibt es keine einheitliche Empfehlung dazu, wie Du das Problem behandeln kannst. Sehr wichtig ist, dass Du Dich bei jeder auftretenden Haarveränderung damit beschäftigst, welche Gründe diese haben könnte. Unbedingt solltest Du einen Spezialisten aufsuchen. Nur so kannst Du Deinem Haarproblem erfolgreich den Kampf ansagen.

Nach dem Ausschlussverfahren ermittelt ein Experte, welche Gründe für die Haarschaftanomalie vorliegen könnten. Der Mediziner schaut, ob eine ernsthafte Erkrankung diagnostiziert werden kann oder ob die Erkrankung auf äußere Einflüsse zurückzuführen ist. In der Regel rät der Dermatologe in einem ersten Schritt dazu, dass Du Dich vitamin- und vitalstoffreicher ernährst.

Auch wird Dir empfohlen, Deine Haarpflege auf den Prüfstand zu stellen. Ein bedachter und schonender Umgang mit dem Kopfhaar kann eine Anomalie stoppen und den Verlust der Haarpracht mitsamt der Wurzel ausschließen.

Die Haartransplantation

Ein Ärzteteam während einer Haartransplantation

Wenn die Haaranomalien schon so weit fortgeschritten sind, dass Dir auch ein Experte erst einmal nicht mehr weiterhelfen kann und Du bereits kahle Stellen vorzuweisen hast, kann eine Haartransplantation sinnvoll sein.

Die Verpflanzung von Eigenhaar kann bei einem derartigen Eingriff eine zentrale Symptombehandlung darstellen. Du solltest Dir hierbei jedoch darüber im Klaren sein, dass die Anomalie und der Haarverlust immer nur Symptome, jedoch keine Ursachen sind.

Nichtsdestotrotz kann eine Eigenhaarbehandlung ein wichtiger Schritt Richtung “normales Leben” sein und Dein angekratztes Selbstbewusstsein stärken. Schon kurz nach dem Eingriff sind meist erste Erfolge sichtbar.

Fazit : Haarerkrankungen sollten frühzeitig behandelt werden

Auffälligkeiten der Haare in Bezug auf die Farbe und die Form werden als Haaranomalien bezeichnet. Bei Farbanomalien handelt es sich beispielsweise um Spindelhaar (Aplasia pilorum intermittens), Schlingenhaar (Trichonodose), plattes Haar (Pili planati) und gespaltenes Haar (Trichorrhexis nodosa).

Unabhängig davon, unter welcher Art Du leidest: Das Wichtigste ist, dass Du Dich bereits im Frühstadium behandeln lässt. Nur ein Dermatologe kann eindeutig feststellen, um welche Art der Erkrankung es sich handelt und wie diese am effektivsten behandelt werden kann. Unter Umständen reicht es schon aus, auf ein spezielles Pflegeprodukt umzusteigen.

Während einige Haaranomalien angeboren sind und sich daher nur sehr schwer behandeln lassen, sind andere Arten auf negative äußere Einflüsse, Stress oder eine ungesunde Ernährung zurückzuführen. Also keine Panik: Sobald Du die schlechten negativen Einflüsse behebst und Dein Leben stressfreier und gesünder gestaltest, kann Dein Haar wieder voll, gesund und strahlend schön nachwachsen.

ÜBER DEN AUTOR

Haarausfallen Autor
Haarausfallen

Warum führe ich diesen Haarausfall-Blog? Weil ich schon mit 19 unter Haarausfall gelitten und ihn nun endlich in den Griff bekommen habe. Ich möchte alle Erfahrungen der Menschen zum Thema Haarausfall verbinden, eine Plattform zur anonymen Diskussion über das sensible Thema Haarausfall bieten und gemeinsam Lösungen finden.

Hinterlasse eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.