Erst Geheimratsecken durch Stress, und irgendwann eine ganze Glatze … Die gute Nachricht zuerst: Haarverlust durch Stress kann vorkommen, hört aber bei Reduktion desselben auch wieder auf. Das Haar wächst schließlich wieder ganz nach. Die schlechte Nachricht ist, dass jeder davon betroffen sein kann. Denn langanhaltender Stress geht einfach nicht ohne Spuren am Menschen vorbei, und davon ist auch das Haarwachstum betroffen.

Geheimratsecken durch Stress sind ein Warnsignal

Wenn Männer unter Haarausfall leiden, beginnt dieser so gut wie immer mit Geheimratsecken. Diese werden immer größer, breiten sich auf dem Kopf nach hinten aus und finden irgendwann sogar zusammen zu einer beginnenden Glatze. Der Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Genetisch bedingt oder durch Medikamente verursacht, kannst Du nicht viel dagegen tun. Ist Stress die Ursache, solltest Du jedoch dagegen vorgehen. Denn was erst einmal wie ein kosmetisches Problem klingt, ist auf lange Sicht enorm belastend. Das gilt nicht nur für den Haarausfall, sondern natürlich auch für den zugrundeliegenden Stress. Genau genommen verursacht Haarausfall sogar noch mehr Stress.

Haarverlust durch Stress beginnt schleichend

Haarverlust durch Stress beginnt schleichend

Dass Stress krank macht, ist keine neue Erkenntnis. Er wirkt sich auf den gesamten Organismus negativ aus, und damit auch auf die Haare. Volles, dichtes Haar wird als Ausdruck von Gesundheit wahrgenommen. Haarausfall, egal wodurch er bedingt ist, wird erst einmal aufgrund seiner Erscheinungsform unterschieden:

  • Effluvium oder diffuser Haarausfall liegt dann vor, wenn das Haar am ganzen Kopf immer weiter ausdünnt, so dass die Kopfhaut sichtbar wird. Auch diese Form des Haarausfalls kann an den Geheimratsecken anfangen oder sich durch einen zurückweichenden Haaransatz bemerkbar machen.
  • Von Alopezia areata oder kreisrunden Haarausfall spricht man, wenn sich auf dem Kopf eine begrenzte, kreisrunde Stelle mit klar definiertem Rand zeigt. Das kann auch mehrere Stellen betreffen. So wie Geheimratsecken durch Stress bedingt sein können, kann das bei einem kreisrunden Haarausfall auch die Ursache sein. Aber dahinter können auch Erkrankungen oder psychische Belastungen anderer Art stehen.
  • Die androgenetische Apolezie dagegen ist ein erblich bedingter Haarausfall, der mit der Verstoffwechselung des Hormons Testosteron im Körper und die Reaktion der Haarfollikel darauf zu tun hat. Diese Form des Haarausfalls äußert sich ebenfalls in Geheimratsecken, zurückgehendem Haaransatz und/oder einer Glatze. Zwischen androgenetischer Apolezie und Stress besteht allerdings kein direkter Zusammenhang.

Ursachen gegebenenfalls beim Arzt abklären lassen

Nicht jeder Haarverlust ist durch Stress bedingt, und nicht immer werden Geheimratsecken vererbt. Auch wenn Deine nahe Verwandtschaft zu schütterem Haar oder einem zurückweichenden Haaransatz neigt, musst Du die genetische Disposition dazu noch lange nicht haben. Lass die Ursachen Deines Haarausfalls beim Arzt abklären. Gegebenenfalls kann das Problem mit Medikamenten behandelt werden.

Finger weg von angeblichen Wunderheilmitteln!

Tatsächlich findest Du auch heute noch in den Apotheken und Drogeriemärkten zahlreiche Cremes, Shampoos und Wässerchen, die Haarausfall wunderbarerweise beheben und Dir zu der Haarpracht eines biblischen Samson verhelfen sollen. Es gibt jedoch keine Wundermittel, die Dir Deine Haarpracht zurückbringen oder deinem Haarausfall vorbeugen können. Sogar ein sehr starker Glaube daran hilft nicht, wenn die Haarfollikel einmal die Produktion von Haar eingestellt haben. Konsultiere in jedem Fall den Arzt und finde gemeinsam mit ihm eine Maßnahme zur Bekämpfung.

Frühe Hilfe rettet viel Haar

Je früher Du zum Arzt gehst und Deinen Haarausfall diagnostizieren lässt, desto besser. Denn einmal ausgefallenes Haar in Geheimratsecken oder kahlen Stellen kann keine Therapie wieder zurückbringen. Es ist also sinnvoll, die Ursachen für den Haarausfall so schnell wie möglich zu bekämpfen. Wenn Du gerade beruflich oder privat unter starkem Druck stehst, können die Geheimratsecken durch Stress entstanden sein. Medikamente helfen dann nur bedingt, Du solltest das Problem bei der Ursache packen. Stressbewältigung verhindert weiteren Haarverlust, und das auch noch ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Warum entstehen Geheimratsecken überhaupt durch Stress?

Warum entstehen Geheimratsecken überhaupt durch Stress

Unter Stress kommt der gesamte Stoffwechsel des Körpers durcheinander. Du kennst das vielleicht: Wenn Du eine wichtige Prüfung hast, bekommst Du sprichwörtlich Bauchweh, fängst an zu stottern, bekommst schwitzige Hände oder zitterst (um einmal ganz bildlich zu sprechen). Der Körper schüttet dann Stresshormone aus wie Neurotransmitter und Enzyme. Darauf reagieren die Haarfollikel empfindlich, bei dauerhafter Exposition werden sie beschädigt. Sind die Haarfollikel angegriffen, fällt das Haar aus und wird nicht nachproduziert.

Haare können nur wachsen, wenn die Haarfollikel vollständig intakt sind. Jede Schädigung führt über kurz oder lang zu Haarverlust. Die Haarfollikel reagieren so empfindlich auf hormonelle Veränderungen, weil jedes einzelne von einem dichten Netzwerk von Nervenfasern umgeben ist. Über diese Netzwerk wirken die Botenstoffe des Nervensystems. Befinden sich nun viele Stresshormone im System, verändert sich das Nervennetz. Auch die Anzahl der Nervenzellen kann sich ändern. Nicht nur Geheimratsecken entstehen durch Stress: Stress lässt auch mehr Nervenfasern in der Haut wachsen.

Bei mehr Nervenfasern in der unmittelbaren Umgebung hören Haarfollikel auf, Haar wachsen zu lassen. Sie begeben sich von der sogenannten Wachstumsphase in die Übergangsphase. Das bedeutet: Die Mastzellen werden aktiviert und lösen eine Entzündung aus. Damit sterben die Zellen im Gewebe des Haarbalgs ab, das Haar fällt aus. Passiert das an vielen benachbarten Haarfollikeln, entsteht eine kahle Stelle. Warum bei Männern meist zuerst Geheimratsecken durch Stress entstehen ist nicht bekannt. Generell kann es aber überall am Körper zu Haarverlust durch Stress kommen.

Schlafmangel, falsche Ernährung und andere Sünden bei Geheimratsecken durch Stress

Schlafmangel, falsche Ernährung und andere Sünden bei Geheimratsecken durch Stress

Schlafmangel verstärkt die Wirkung von Stress auf den Körper. Leider verursacht Stress wiederum, dass Du schlecht schläfst. Und das stresst Dich noch mehr – es ist ein Teufelskreis. Versagensängste und viel Grübeln rauben Dir nachts den Schlaf, und wenn Du dann noch bis spät arbeitest oder sehr früh wieder aufstehen musst, ist das wirklich ungünstig. Schlafmangel kann die Geheimratsecken durch Stress verstärken. Denn die in der Nacht im Schlaf stattfindende Zellregeneration ist bei Schlafmangel nicht ausreichend vorhanden.

Auch eine ungünstige Ernährung mit zu wenig Nährstoffen verstärkt die Entstehung von Geheimratsecken durch Stress. Das betrifft Dich nicht nur dann, wenn Du Dich überwiegend von Junk Food ernährst. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit reicht manchmal schon aus, um zu Mangelerscheinungen zu führen.

Abgesehen davon beeinflusst Stress das Verdauungssystem. Die Darmflora wird durch Stress beschädigt, der Körper kann also Nährstoffe nicht mehr so gut aufnehmen. Auch das kann zu Mangelerscheinungen führen.

Stressbewältigung bedeutet erst einmal, dass Du Dich um Dich selbst und um Dein Wohlbefinden kümmerst. Versuche, über ein Hobby (möglichst Sport) den beruflichen Alltag zeitweise zu vergessen und die Probleme mit Chefs, Kollegen, Kunden oder Aufträgen auszublenden. Es hilft also nichts, wenn Du Dich mit Deinen Kollegen einmal wöchentlich zum Laufen triffst und doch nur wieder über die Arbeit redest …

Zusammenfassung: Belastungen reduzieren ist bei Geheimratsecken durch Stress zielführend

Wenn Du bei Dir selbst Haarausfall irgendeiner Art feststellst, solltest Du die Ursachen so schnell wie möglich bei Deinem Hausarzt abklären lassen. Denn Haarverlust durch Stress kann nicht medikamentös aufgehalten werden. Stressbewältigung braucht Zeit, um zu wirken. Daher solltest Du früh damit anfangen. Achte auch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung und auf ausreichend Schlaf. Denn sowohl eine nicht ausreichende oder unausgewogene Ernährung als auch Schlafmangel oder eine schlechte Schlafqualität können den Haarverlust durch Stress weiter befeuern.