Haare erneuern sich stetig wie Hautzellen, sie wachsen und fallen aus. Eine gewisse Anzahl an ausfallenden Haaren ist normal. Doch wenn Dir über längere Zeit täglich mehr als 100 Haare ausfallen, liegt Haarausfall vor, der behandlungsbedürftig sein kann.

In diesem Fall solltest Du schnellstmöglich zum Schutz Deiner Haare eine Diagnose erstellen lassen. Welche Diagnosen werden bei Haarausfall gestellt? Die Antwort darauf und auf weitere Fragen erfährst Du hier.

Schritte zur Diagnose von Haarausfall

Durch Haarausfall kann Deine Lebensqualität beeinträchtigt sein. Eine schnelle Diagnose der Haare kann hilfreich sein, um die Ursache Deines Haarausfalls zu finden und eine Behandlung durch führen zu können. Dafür sind einige Beobachtungen wichtig, die Du dem behandelnden Arzt mitteilen kannst.

Auf Deinem Kopf befinden sich zwischen 80.000 und 100.000 Haare. Die Haare befinden sich regelmäßig in unterschiedlichen Phasen. Der überwiegende Teil Deiner Haare befindet sich in der Wachstumsphase, die bis zu sechs Jahre dauern kann. In dieser Zeit können Deine Haare monatlich bis zu einem Zentimeter wachsen. Nach der Wachstumsphase befindet sich das Haar in einer circa zweiwöchigen Übergangsphase, in der keine neuen Zellen mehr produziert werden. In der sich anschließende Ruhephase, die circa sechs Monate andauert, fallen die Haare von allein aus.

Beobachte zunächst, ob der Haarausfall sich über eine längere Zeit zeigt. Besteht der Haarausfall nur an einer bestimmten Stelle Deines Kopfes oder verteilt sich der Haarverlust über den gesamten Kopfbereich? Welche Pflegemittel benutzt Du für Deine Haare? Hast Du Pflegemittel gewechselt? Wie sind Deine Lebensumstände? Befindest Du Dich in einer stressigen Lebenssituation? Hast Du an anderen Stellen Deines Körpers ebenfalls Veränderungen festgestellt, z. B. an der Haut? Nimmst Du Medikamente? Bestehen bei Dir chronische Erkrankungen? Schreibe auch auf, wie Du Dich ernährst.

Haare Diagnose: Dermatologie untersucht die Haare

Diagnose: Viele Ursachen müssen berücksichtigt werden

Die Ursachen für Deinen Haarausfall sollte ein Facharzt für Dermatologie herausfinden. Dieser wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Dir führen. In diesem Gespräch kannst Du ihm Deine bisherigen Beobachtungen schildern. Durch eine Blutuntersuchung und eine Haarprobe wird der Arzt im Anschluss einen Haarstatus erstellen. Bei Frauen kann der Haarausfall hormonell bedingt sein. Generell können bei Frauen und Männern Krankheiten vorliegen, die Haarausfall begünstigen. Auch ein erblich bedingter Haarausfall muss in Betracht gezogen werden.

Welche Diagnosemöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Der Epilationstest, den Du auch zu Hause durchführen kannst, ist die erste von mehreren Haare Diagnose Möglichkeiten des Arztes. Dabei greift der Arzt ein Büschel Haare auf Deinem Kopf. Lassen sich bei Zug an den Haaren schmerzlos einzelne Haare an verschiedenen Stellen herausziehen, ist die Wahrscheinlichkeit des krankhaft bedingten Haarausfalls sehr groß.

Die Untersuchung von Haarproben erfolgt mittels Trichogramm, Phototrichogramm, mikroskopischer und histologischer Untersuchung

Beim Trichogramm werden Dir im Hinter- und Vorderkopfbereich kleine Haarbüschel epiliert. Du solltest vor diesem Test Deine Haare einige Tage nicht gewaschen haben. Mikroskopisch kann der Arzt nun bestimmen, in welcher Menge Deine Haare sich in welchen Phasen befinden. Anhand der Ergebnisse kann der Arzt bereits feststellen, ob Dein Haarausfall erblich bedingt ist, durch Medikamente verursacht ist oder noch andere Ursachen vorliegen.

Die Untersuchung mittels Phototrichogramm erfolgt seltener. Hierbei werden Dir Deine Haare zur Diagnose auf einem 2-Euro-großen Stück rasiert. Die Rasur erfolgt auf der Länge eines Zentimeters. Dann werden die rasierten Stellen fotografiert. Anschließend erfolgt eine vollständige Rasur Deines Kopfhaars. Der Kopf wird ebenfalls fotografiert. Einige Tage später wird erneut der Kopf fotografiert. Durch Vergleich der Fotos kann der Arzt feststellen, wie groß der Anteil Deiner Haare ist, der sich in der Wachstumsphase und in der Ruhephase befindet, und daraus entsprechend Schlüsse auf die Ursachen Deines Haarausfalls ziehen.

Eine mikroskopische Untersuchung der Haarproben kann Anomalien der Haarschäfte offen legen, die ebenfalls zu Haarausfall führen können.

Die histologische Untersuchung Deiner Haarproben kann klären, ob ein so genannter vernarbender Haarausfall bei Dir vorliegt. Dieser führt zu dauerhaftem Haarausfall, weil die Haarfollikel zerstört werden.

Haare Diagnose bei Dr. Balwi - Facharzt für Dermatologie

Diagnose Haare: Der erblich bedingte Haarausfall

Erblich oder genetisch bedingter Haarausfall ist bei Männern und Frauen eine der Hauptursachen für Haarverlust. Deine Haarwurzeln werden empfindlicher gegenüber verschiedenen männlichen Hormonen, die Produktion der Haare ist eingeschränkt und die Haare fallen deshalb schneller aus.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern und Frauen unterschiedlich

Erblich bedingter Haarausfall zeigt sich bei Männern und Frauen in unterschiedlicher Weise.

Bei den Männern fallen die Haare zunächst an der Stirnregion und den oberen Schläfenbereichen aus. Du bekommst die so genannte Geheimratsecken. Bei fortschreitendem Haarausfall bilden sich am oberen Hinterkopf weitere kahle Stellen. Insgesamt kann eine so genannte Scheitelglatze entstehen. Paradoxerweise kann es zu vermehrtem Bartwuchs kommen.

Bei Frauen entstehen eher selten kahle Stellen. Ihre Haare dünnen insgesamt aus. Dadurch kann die Kopfhaut sichtbar werden. Haare fallen im Bereich des Mittelscheitels aus. Allerdings kann sich gleichzeitig an anderen Bereichen des Körpers Haarwuchs einstellen, zum Beispiel im Gesicht, an den Beinen oder Zehen.

Diagnose Haare: Der kreisrunde Haarausfall

Die Ursache kreisrunden Haarausfalls ist vermutlich eine Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass Deine körpereigenen Abwehrzellen Deine Haarwurzeln angreifen. Oft geht der kreisrunde Haarausfall mit anderen Autoimmunerkrankungen, z. B. Schilddrüsenerkrankungen, einher. Deshalb ist es wichtig, dass Dein Arzt zur Haare Diagnose Informationen über sämtliche bei Dir vorliegenden chronischen Erkrankungen erhält.

Der kreisrunde Haarausfall zeigt sich durch einzelne haarlose Bereiche, die als runde Flecken wahrgenommen werden. Diese treten überwiegend im Kopfhaar und nur ganz selten im Barthaar oder an den Beinen auf. Überwiegend fallen Deine pigmentierten Haare aus, so dass der Eindruck entstehen kann, Du seist in kurzer Zeit ergraut. Auslöser für diese Autoimmunreaktion kann Stress sein. Der kreisrunde Haarausfall zeichnet sich auch dadurch aus, dass die Haare nach einiger Zeit wieder nachwachsen, aber auch erneut ausfallen können.

Haare Diagnose - Kreisrunder Haarausfall

Vernarbender Haarausfall

Der irreversible vernarbende Haarausfall ist Folge einer Entzündung der Kopfhaut. Auslöser können folgende Umstände sein:

– Verbrennungen oder Verätzungen
– Infektionen durch Bakterien oder Pilze
– Autoimmunerkrankungen
– chronische, eitrige Entzündung der Follikel

Der vernarbende Haarausfall zeigt sich durch Entzündungen rund um die Haarfollikel. Deine Kopfhaut verhornt sehr stark. Durch die Entzündungen bilden sich Narben.

Haare Diagnose - Vernarbender Haarausfall

Diffuser Haarausfall

Der diffuse Haarausfall zeigt sich dadurch, dass Deine Haare am gesamten Kopf gleichmäßig dünner erscheinen. Du kannst Deine Kopfhaut durchschimmern sehen, kahle Stellen zeigen sich jedoch nicht. Der diffuse Haarausfall kann durch Krankheiten, Nährstoffmangel oder äußere Ursachen, die sich schädigend auf das Haar auswirken, hervorgerufen werden.

Der Haarausfall tritt insbesondere bereits in der Pubertät oder nach Geburten durch hormonelle Umstellungen auf. Stoffwechselkrankheiten, wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes mellitus können diffusen Haarausfall verursachen. Medikamente können ebenso diffusen Haarausfall verursachen wie häufiges Tönen oder Färben, intensive Hitze- und Sonneneinwirkung, oder Mangelernährung.

Schütze Deine Haare durch eine rechtzeitige Diagnose

Bemerkst Du ungewöhnlich starken und länger andauernden Haarausfall, dann zögere nicht, Dich von einem Facharzt untersuchen zu lassen. Von der konkreten Diagnose hängt die weitere erfolgreiche Behandlung ab. Du ermöglichst Deinem Arzt eine genaue und korrekte Diagnose durch ausführliche Informationen zu Deinen Lebensumständen.