Kurkuma (auch gegen Haarausfall) hat in der ayurvedischen Medizin Indiens eine lange Tradition. Die Heilkunst schreibt dem aus der gelben Wurzelknolle gewonnen Curcumin eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Wirkungen zu.

So gilt die Substanz unter anderem als antibakteriell, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Diese Eigenschaften sollen sich ebenfalls positiv auf den Haarwuchs auswirken. Ob Kurkuma effektiv beim Verlust der Haare wirkt, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Kurkuma und Haarausfall

Dichtes, gesundes und kräftiges Haar – davon träumt wohl jeder. Ganz besonders Menschen, die von Haarausfall betroffen sind. Sie suchen häufig nach günstigen und schonenden Möglichkeiten, ihre alte Haarpracht zurückzubekommen.

Kurkuma, bzw. das darin enthaltene Curcumin, scheint hier vielversprechend. Das gelbe Pulver soll in der Lage sein, den Haarwuchs zu reaktivieren und dem Haar wieder mehr Fülle und Glanz zu verleihen.

Gute Ergebnisse lassen sich laut einigen Quellen bei entzündungsbedingtem oder vernarbtem Haarausfall erzielen. Doch auch für andere Formen der Alopezie, wie dem kreisrunden Haarausfall, gibt es Berichte, dass die Anwendung von Curcuma den Haarwuchs fördert.

Die Wirksamkeit beruht wahrscheinlich auf den antibakteriellen und antientzündlichen sowie den durchblutungsfördernden Eigenschaften, die einige experimentelle Studien Kurkuma zuschreiben. Zweifelsfrei sind die Wirkungen (noch) nicht belegt – dazu bedarf es weiterer Forschung.

So wendest Du Kurkuma bei Haarschwund an

Für die Anwendung von Kurkuma bei Haarausfall eignet sich Pulver am besten. Dieses sollte möglichst rein und frei von Zusatzstoffen sein. Erhältlich ist das Pulver in diversen Online-Shops und in Drogeriemärkten. Du kannst es aber auch frisch kaufen, die Knollen trocknen und anschließend selbst fein reiben.

Rezept für eine Kurkuma-Paste

Kurkuma als Öl für die Haare verwendbar

Für die Paste gibst Du einen Esslöffel Pulver mit zwei Esslöffeln Olivenöl in eine Schüssel. Alternativ kannst Du auch Mandelöl verwenden und bei Bedarf etwa 100 Gramm Aloe Vera hinzugeben. Anschließend verrührst Du die Zutaten gut, bis eine Emulsion entsteht.

Jetzt solltest Du eine goldfarbene Paste haben. Diese trägst Du nun auf die kahlen und zuvor sanft gereinigten Stellen Deiner Kopfhaut auf und massierst sie gut ein. Lass die Paste jetzt mindestens eine halbe Stunde einwirken. Du kannst sie auch über Nacht auf dem Kopf lassen. In diesem Fall empfehlen wir Dir, eine Kunststoffhaube zu verwenden, damit das Kurkuma nicht abfärbt.

Nach dem Einziehen kannst Du die Paste mit lauwarmem Wasser und einem milden Shampoo abwaschen. Damit das Kurkuma seine Wirkung entfalten kann, solltest Du die Prozedur zwei bis drei Mal pro Woche wiederholen.

Effektiv bei Haarschwund: PRP-Therapie

Wenn Kurkuma bei Haarausfall nicht die erwünschte Wirkung zeigt, bieten sich andere Verfahren an, die wissenschaftlich erprobt sind und nachhaltig Erfolg bringen. Eine neue Methode zur Behandlung von Haarausfall ist die sogenannte PRP-Therapie.

Diese bietet sich vor allem für androgenetischen und kreisrunden Haarverlust an. PRP ist die Abkürzung für “Plättchen-Reiches Plasma” (englisch: Platelet-Rich Plasma) und bezeichnet das konzentrierte Blutplasma des Menschen.

Dieses enthält große Mengen an Blutplättchen, aber auch Proteinen und Wachstumsfaktoren. Letztere können den Regenerationsprozess der Haut steuern und das Haarwachstum anregen. Da es sich bei PRP um eine körpereigene Substanz handelt, sind Unverträglichkeits- oder allergische Reaktionen nahezu ausgeschlossen.

Die PRP-Therapie (auch: Eigenblutbehandlung) dauert pro Sitzung etwa 20 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Dabei entnimmt Dir der Arzt etwas Blut. Mit einem speziellen Verfahren lässt sich daraus innerhalb von wenigen Minuten das Blutkonzentrat PRP gewinnen.

Der Arzt injiziert es mit einer feinen Nadel in Deine Kopfhaut, wo es seine Wirkung entfaltet und die Regeneration der Haarfollikel und das Zellwachstum anregt. Beides fördert das Haarwachstum. Zwar dauert es mehrere Monate, bis Deine Kopfbehaarung sichtbar verstärkt ist. Dafür bleibt die erzielte Wirkung über Jahre hinweg erhalten.

Die Behandlung sollte mindestens dreimal, besser noch häufiger, durchgeführt werden. Ideal ist es, sie mit einer Eigenhaartransplantation zu kombinieren.

Dauerhafte Lösung: Haartransplantation

Wenn Du verschiedene Therapien und Hausmittel, wie auch Kurkuma gegen Haarverlust ausprobiert hast, mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden warst, empfiehlt es sich eine Haartransplantation in Betracht zu ziehen. Dabei wird Dir gesundes Haar (meist vom Hinterkopf) entnommen und in die kahlen Stellen verpflanzt.

Hierbei gibt es unterschiedliche Verfahren. Bei der sogenannten F.U.T.-Methode (Follicular Unit Transplantation) entnimmt der Arzt feine Streifen mit gesundem Haar von Deinem Hinterkopf und verpflanzt Sie auf die haarlosen Stellen.

Die zweite Variante ist die F.U.E.-Methode (Follicular Unit Extraction), bei der der Operateur einzelne Haare entnimmt und verpflanzt. Letztere Methode ist zeitaufwendiger, hinterlässt aber weniger Schmerzen und wunden. Dieser Punkt ist bei der Entscheidung vieler Menschen nicht unwesentlich.

Die Vorteile einer Haartransplantation liegen auf der Hand:

  • Es ist oft nur eine Behandlung notwendig.
  • Erstes Haarwachstum zeigt sich schon nach zwei bis vier Monaten.
  • Das Ergebnis hält in nahezu allen Fällen ein Leben lang.
  • Es fallen nur einmalig die Kosten für die Behandlung an.
  • Bei erneutem Haarausfall lässt sie sich jederzeit wiederholen.

Fazit: Mit Hausmitteln und Schulmedizin gegen Haarverlust

Kurkuma schmeckt nicht nur als Gewürz in indischen Gerichten, es soll auch bei Haarausfall wirken und die verloren gegangene Haarpracht zurückbringen. Zusammen mit Öl verrührt und als Paste auf den Kopf aufgetragen soll es seine antibakterielle und antientzündliche Wirkung entfalten.

Zudem soll das enthaltene Curcumin zu einer besseren Durchblutung und Nährstoffversorgung der Haarfollikel führen. Ob Kurkuma bei Haarausfall wirklich die erhoffte Wirkung zeigt und ob diese von Dauer ist, wird derzeit noch untersucht.

Erwiesen ist hingegen die Wirksamkeit der PRP-Therapie und der permanenten Haartransplantation. Letztere führt – von einem erfahrenen Operateur durchgeführt – zu einem dauerhaften und zufriedenstellenden Ergebnis.