Spannungshaarausfall hat viel mit Stress zu tun: Wer ständig unter Strom steht, neigt dazu, bestimmte Muskeln im Kopfbereich anzuspannen. Das verändert den Blutfluss, der für den Transport wichtiger Nährstoffe zur Haarwurzel sorgt. Die Folge: spannungsbedinger Haarausfall! Woran Du ihn überhaupt erkennst und was dagegen auf Dauer hilft, erfährst Du hier.

Spannungshaarausfall – was ist das?

Alopecia contentionalis, zu Deutsch Spannungshaarausfall, ist eine Spezialform des Haarverlustes. Im Erscheinungsbild ähnelt diese Form dem erblich bedingten Haarverlust: Erst lichten sich die Haare in den Geheimratsecken, später auch die Stirn im oberen Bereich sowie das Schädeldach, die sogenannte Tonsur. In diesen Bereichen verlaufen wichtige Muskelgruppen, die sich bei ständigem Stress häufig nicht mehr entspannen können.

Durch die Verspannung, auch Tension, verringert sich die Durchblutung unter der Kopfhaut. Das führt zu einer schlechteren Versorgung der Haarwurzeln mit Nährstoffen. Fatal, denn gerade die Haarwurzeln benötigen extrem gute Durchblutung. Sie teilen sich achtmal schneller als normale Körperzellen! Darum ist in diesen Regionen der Blutfluss sogar bis zu zehnmal stärker als in anderen Bereichen.

Bei Verspannungen hingegen wird diese Blutzufuhr blockiert. Die Arterien in diesem Bereich verengen sich. Darunter leidet die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, was das Haarwachstum negativ beeinflusst. Haarausfall lässt sich darum auch als Marker für Deine psychologische Verfasstheit auffassen: Verlierst Du viele Haare, stehst Du vielleicht so stark unter Strom, dass Du nicht mehr entspannen kannst.

Eine der ersten Gegenmaßnahmen liegt dann in der Entspannung und damit in der besseren Versorgung der betroffenen Regionen. Dies lässt sich auf verschiedene Art erreichen. Bevor wir dazu kommen, werfen wir jedoch erst einen Blick darauf, wer überhaupt betroffen sein kann.

Spannungshaarausfall - lichte Haare

So erkennst Du, ob Du an spannungsbedingtem Haarverlust leidest:

Vorab ein Rat: Bei jeder Art von Haarausfall ist eine Konsultation Deines Arztes unerlässlich! Nur er kann die wahren Ursachen dafür klären. Zudem stellt er als Fachmann fest, an welcher Form von Haarausfall Du überhaupt leidest. Doch es gibt ein paar Anzeichen dafür, ob Du verstärkt Spannungen im Kopfbereich aufgebaut hast. Nicht immer merken Betroffene nämlich, wie sehr sie unter Druck stehen – in unserer stressigen Zeit ist für viele solch ein Zustand völlig normal.

Du erkennst eine permanente Verspannung an Falten auf der Stirn, die nicht mehr weggehen. Glänzt zudem Deine Kopfhaut im Bereich der Schläfen, lässt das ebenfalls verstärkte Tension vermuten. Auch ungewöhnlich blasse Stellen oder stark anschwellende Adern deuten auf darauf hin. Weitere Warnhinweise: verstärkte Neigung zu Kopfschmerzen oder auch ein Gefühl, als lege sich ein Ring um Deinen Oberkopf – wie eine zu enge Badekappe.

Die Warnhinweise für Spannungshaarausfall:

  • Haarausfall ausschließlich in Teilbereichen
  • starke, permanente Faltenbildung
  • angespannte Haut: Glanz, blasse Stellen
  • geschwollene Adern
  • Kribbeln, Brennen der Kopfhaut (Trichodynie)

Ein Facharzt kann das übrigens mittels EMG genau untersuchen. Die Elektromyografie gibt zudem Aufschluss darüber, ob die Anspannung mit einfachen Mitteln wieder rückgängig gemacht werden kann. Liegt Dein gemessener Spannungswert mehr als das Vierfache über dem Normalwert, dem sogenannten Ruhetonus, dann deutet das auf eine ernsthafte Verspannung hin.

AC-Therapie gegen Haarausfall: über hundert Jahre Forschung

Eine Therapie gegen Alopecia contentionalis setzt deshalb immer bei der Entspannung an. Wissenschaftler forschten stets in dieser Richtung und fanden Erstaunliches: Es gibt wirksame Methoden gegen den spannungsbedingten Haarverlust – leider eignen sich nur wenige davon für das tägliche Leben.

Erstmalig erwähnt wird Alopecia contentionalis bereits in den Siebzigern des neunzehnten Jahrhunderts. Doch es dauerte noch etwa hundert Jahre, bis man eine wirksame Methode dagegen entwickelte: einen chirurgischen Eingriff, der Muskulatur und Kopfschwarte voneinander trennte. Dieses drastische Mittel half zwar, setzte sich allerdings nicht durch. Deshalb kam man in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in Japan auf die Idee, Betroffenen mithilfe der Technik zu helfen: Man setzte den Probanden eine Art Ring auf, welcher auf mechanisch-pneumatischem Weg die Anspannung löste. Tatsächlich sorgte auch dies für mehr Haarwachstum.

Allerdings fand man erst um die Jahrtausendwende ein praxistaugliches Mittel: die Injektion einer Substanz, welche zur Muskelrelaxation beiträgt. Rasche Wirksamkeit und unkomplizierte Anwendung führen dazu, dass diese Methode immer beliebter wird.

Moderne AC-Therapie: Mentale Entspannung oder medikamentöse Behandlung?

Beide Therapien unterstützen Dich dabei, die Muskeln im Kopfbereich dauerhaft zu entspannen. Somit haben beide ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber vor allem in einem Punkt: Während Entspannungstraining fortwährend geübt werden muss, zeigen Injektionen bereits nach zwei Tagen Wirkung.

Wer rasche Hilfe gegen Spannungshaarausfall sucht, wird darum eher auf Injektionen zurückgreifen. Dies bewährte sich schon auf anderen Gebieten, etwa bei der Faltenreduktion oder Beseitigung von Spannungskopfschmerz. Injiziert wird ein Muskelrelaxans, das blockiert Reize, die normalerweise zur Verspannung führen. So kommt der Muskel gar nicht erst dazu, sich zu verspannen. Die Wirkung einer Sitzung hält bis zu sieben Monaten an, womit nur zwei Sitzungen ausreichen, mehr als ein Jahr beschwerdefrei zu sein.

Echte Abhilfe schafft allerdings ausschließlich Stressreduktion. Wenn Du langfristig Dein Stresslevel senkst, kann sich das positiv auf Dein Haarwachstum auswirken. Deshalb hat mentale Entspannung gegenüber den Injektionen ein paar Vorteile. Zwar wirkt sie nicht so rasch und Du musst ziemlich viel Ausdauer mitbringen, um eine Wirkung zu erzielen. Doch gegen Stress helfen solche Methoden sehr gut – oft reichen schon wenige Minuten täglicher Praxis.

Eigenhaarverpflanzung als Option

Mittlerweile gibt es langfristig attraktive Lösungen bei Spannungshaarausfall. Immer mehr Menschen die unter dem Verlust der Haare leiden, greifen auf eine Haartransplantation zurück. Im Vergleich zu den teuren Haarwuchsmitteln scheint diese Option auf langer Sicht erwägenswert.

Dank modernster Techniken, wie z.B. der FUE Technik, kann ein solcher Eingriff rasch und schonend ablaufen. Hierbei wird die Wundbildung an Spender- und Empfängerbereichen deutlich reduziert, was den Heilungsprozess zusätzlich beschleunigt. Es gibt in der Türkei einige Kliniken, die gerne als Anlaufstellen erwogen werden. Nach kürzester Recherche wird man dazu bereits fündig.

Fazit: Gegen Spannungshaarausfall hilft Stressbekämpfung!

Fallen die Haare verstärkt aus, kann es sich um eine spezielle Form des Haarausfalls handeln: Alopecia contentionalis, zu Deutsch spannungsbedingter Haarausfall. Typisch dafür ist derselbe Verlauf wie bei erblich bedingtem Haarausfall: Zuerst lichten sich die Geheimratsecken, dann das Schädeldach, die Tonsur. Der Zusammenhang liegt auf der Hand: Beide Arten des Haarverlusts verstärken einander. Beim Haarausfall aufgrund von Verspannungen der Kopfmuskulatur wird die Blutzufuhr vermindert, was die Haarwurzeln nachhaltig schädigt. Kommt dazu noch erblich bedingter Haarausfall, können wenig bis gar keine Einzelhaare mehr wachsen.

Bilden sich auf Deiner Stirn permanent Falten oder leidest Du häufig unter Spannungskopfschmerz, könntest Du von Spannungshaarausfall betroffen sein. Konsultiere dann unbedingt Deinen Arzt, um eine andere Grunderkrankung auszuschließen. Abhilfe schaffen Injektionen muskelentspannender Stoffe oder herkömmliche Entspannungsmethoden. Autogenes Training etwa ist zwar schwierig zu erlernen. Hast Du das aber erst einmal geschafft, kommt die zunehmende Entspannung auch Deiner Gesundheit zugute!